neues

zeit für einen mutausbruch

4. Oktober 2017

schon öfter stand ich vor entscheidungen, die mir wahnsinnige angst machten, vor denen ich riesigen respekt hatte, aber ich habe mich entschieden. teilweise spontan, zeitweise von langer hand geplant. und ich hatte und habe das große glück, dass sie eigentlich immer gut waren. nicht immer einfach, und oft auch mit vielen tränen und leid verbunden, aber am ende doch richtig. worauf will ich hinaus: ich habe wieder eine entscheidung getroffen: zeit für veränderung. zeit für einen mutausbruch.

mein leben ist wirklich erfüllt. es gibt im grunde nichts zu meckern. ich habe eine großartige familie, den allertollsten freund, den man sich wünschen kann, einen job, der mir spaß macht, und ich hatte eine traumhaft schöne eigentumswohnung. im märz diesen jahres waren wir 3 wochen im urlaub in costa rica. auch ein träumchen. und doch war ich ich irgendwie unzufrieden und haderte ständig mit mir und meiner einstellung: warum kann ich nicht zufrieden sein? warum bin ich so undankbar und stelle alles in frage? weil es mich gerade nicht glücklich macht!

jammern auf hohem niveau

ja, denken bestimmt viele, jammern auf hohem niveau. und das ist es auch! definitiv. es gibt soviel leid auf dieser welt. und ich räkle und beschwere mich in meiner unglaublichen komfortzone. und dafür fühle ich mich, wie wahrscheinlich viele, manchmal schlecht! man schwankt zwischen „reiß dich zusammen, was willst du eigentlich?“ und „aber wenn es mich doch nicht so richtig glücklich macht, dieses leben, wie es grade läuft.“

die sinnfrage

ganz ehrlich: ich suche immer ein bisschen nach dem sinn des lebens. nun habe ich mich in den letzten jahren ein bisschen verändert. ja, das geht ; ) sogar zum vorteil. ich bin schon immer emotional (auch wenn man mir das auf den ersten blick nicht ansieht) und seit neuestem bin ich sogar optimistisch! ich trage aber auch wahnsinnig viel weltschmerz in meinem herzen. und: unfassbar viel liebe. klingt schmalzig, ich weiß. aber ist halt so. vielleicht bin ich deshalb immer ein bisschen bemüht, den menschen zu „helfen“. meist indem ich nur zuhöre, offen bin und ehrlich, mir zeit nehme und, entgegen meiner früheren abneigung menschen zu umarmen (meine schwester kann ein lied davon singen), empfinde ich diese mittlerweile als ein großes zeichen und eine geste von liebe, nähe und friede. in meiner entwicklung und auf dem weg der letzten jahre habe ich mich insofern verändert, dass ich yoga und meditation als ausgleich für mich entdeckt habe. außerdem bin ich einigen menschen begegnet, die mediale fähgkeiten haben. und es hat sich herauskristallisiert (man beachte die wortwahl in diesem zusammenhang), dass auch ich medial veranlagt bin. krasser scheiß, sage ich euch. ja klar, werden manche jetzt hüstelnd denken. musste ja so kommen. dazu muss ich sagen, dass ich mich früher immer sehr schwer getan habe mit spiritualität, heilpraktikern, kügelchen, kräutern und solchen sachen. deshalb hat es mich selbst wohl am meisten überrascht und – vor allem auch überfordert. nachdem ich mich mittlerweile aber seit über einem jahr damit beschäftige, bin ich froh und dankbar, denn, und jetzt kommen wir wieder zu meiner aktuellen entscheidung, diese fähigkeit gibt mir auch die kraft und die zuversicht für diesen mutausbruch.

die überlegung war also, was mich jetzt am meisten glücklich machen würde.

ich war schon immer neugierig, andere kulturen, menschen und länder kennenzulernen, habe schon viele kleine und auch einige große reisen unternommen, und sie haben mich immer begeistert. diese leidenschaft möchte ich jetzt im großen ausleben. eine weltreise! raus aus der bequemlichkeit! ein jahr lang fremde länder, menschen und kulturen kennen und lieben lernen. offen sein für neues. bereit sein für niederschmetterndes. feinfühlig für das leben.
innerhalb weniger monate habe ich meine wunderschöne wohnung verkauft, bin zu meinem freund gezogen und war bereit meinen job zu kündigen. entschlossen wollte ich alle nötigen schritte tun, damit ich diesen traum verwirklichen kann. meine chefin hatte dann die großartige und großzügige idee, mich 13 monate zu beurlauben, so dass ich nicht kündigen musste. für diese option bin ich sehr dankbar!

okäääääääyyyyyyyyy

zu den wöchentlichen panikattacken (angst vor der eigenen courage) und meiner normalen arbeit kam dann also allerlei organisatorisches. verkauf, umzug, planung der reise, arbeiten, etc. aber ich wusste, was am ende steht. und tadaaa am 30. november 2017 geht es los. mein lebensverbesserer namens stefan kommt übrigens auch mit. bis zuletzt ist es immer noch sehr surreal… wir sind soooo aufgeregt, haben beiden großen schiss, aber wir freuen uns auf diese krasse herausforderung: ein jahr unterwegs in unterschiedlichen ländern, mit fremden menschen und wir 24/7 aufeinander hockend. dazu noch heimweh nach familie, freunden, eigenem bett, lecker brötchen und badischer küche. es wird großartig werden! aber auch anstrengend. beeindruckend! bestimmt auch traurig. und die ganzen eindrücke und erfahrungen werden uns einfach umhauen. deshalb dieser blog. um all das, was uns erwartet festzuhalten und mit euch zu teilen.

achso, warum der claim „aber immer der gleiche himmel“?

ich liebe den himmel. schon immer konnte ich stundenlang in den himmel schauen, die still dahinziehenden wolken beobachten, die sich innerhalb kürzester zeit verändern, neue formen annehmen und manchmal im nichts verschwinden. die vögel, wie sie, vom wind getragen durch die lüfte schweben und sich treiben lassen. und schon als kind stand ich fasziniert am fenster, wenn draußen gewaltige gewitter tobten und der himmel sich wild brodelnd und farbintensiv auftürmte und grelle blitze hernieder schoß. kennt ihr auch dieses gefühl von ruhe, innerem frieden und sehnsucht, wenn man bei sonnenaufgang mit dem flugzeug über die wolken gleitet und sich vorstellt, man könne von wolke zu wolke springen und würde wie in zuckerwatte landen? ich liebe den himmel! himmel ist für mich ein stück heimat. und das ist der gedanke. wir sind zwar unterwegs, aber unser himmel, immer der gleiche, ist mit dabei.

kommentare

  1. Was für ein schöner Blog und welch beneidenswerter Mutausbruch, liebe Christine! Danke, dass Du uns daran teilhaben und mit Dir den Himmel teilen lässt!

    1. hey marion. wie lieb von dir. es ist so cool, den himmel und so viele menschen aus der heimat „dabei“ zu haben. dankeschön und ganz liebe grüsse!

    1. liebe maria. schön von dir zu lesen und wir freuen uns unglaublich, dass so viele „mitreisen“. wir sind grade in nepal gelandet und freuen uns auf land nummer 2. mal sehen, was uns hier erwartet. dir auch ein wunderschönes 2018 und liebe grüsse auch an alle kollegen! ps. die postkarte ist wahrscheinlich noch ein bisschen unterwegs! : )

  2. unglaublich…und genau so erstaunt war ich als ich von deinem vorhaben gestern im cafe erfuhr!!! toll wie du schreibst. aber das konntest du schon immer so gut. beneidenswert. nicht nur das schreiben sondern auch dein mut. deine selbstrflexion und ja vor allem dein mut. ganz tolle geschichte christine, ich freu mich für dich und vor allem freu ich mich auf nächstest jahr um diese zeit wenn es wieder heisst „stadtcafe“. da erwarte ich dann persönlich den reisebericht! und solange werde ich immer mal wieder ein blick auf deine tolle blog-seite werfen und erfreu mich an den wünderschönen bildern. aber vor allem an den tollen berichten! machs gut bis nächstes jahr. ganz liebe grüße von zu hause.
    esther

    1. hey esther. vielen lieben dank. lieb von dir. ich hab an euch gedacht gestern. zu der zeit lagen wir in der sonne am strand. nicht wirklich weihnachtlich. und irgendwie auch komisch ; ) aber nächstes jahr bin ich wieder bei euch. bis dahin, pass auf dich auf und viel spass auf dem blog!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.