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vietnam ׀ ägypten? ne, mui ne

9. Mai 2018

ich war noch nie in einer wüste. vielleicht haben mich deshalb die bilder von mui ne so angesprochen. und da der kleine ort nicht so weit von ho chi minh stadt entfernt ist, wollen wir da hin. fünf stunden mit dem bus. überraschenderweise steigen wir um 13 uhr mittags in einen sleeperbus. für fünf stunden fahrt. ich dachte, solche busse werden nur bei nachtfahrten eingesetzt. aber wahrscheinlich war der halt grade sauber. gut, könnte man jetzt sagen, seid doch froh. jaaa, aber leider sind die busse nicht ganz so komfortabel, wie man sich das vorstellt. sie sind ziemlich eng, für europäische männer sowieso, und es gibt kaum stauraum für das handgepäck. das muss man irgendwo dazwischen quetschen. der blick von den oberen liegen aus dem fenster ist aber cool. fast wie lkw fahren. die fahrt an sich ist auch wieder ganz kurzweilig. ich bin mit schreiben beschäftigt, stefan kuckt einen film auf seinem laptop.

blumen, palmen und meer

mui ne an sich ist jetzt nicht besonders schön. ein klassischer touri-ort, der im prinzip nur aus einer einzigen, eeeewig langgezogenen, hauptstraße (10 km) besteht. flankiert von hotels, guesthouses, restaurants, supermärkten und kleinen spas für massage und/oder maniküre/pediküre. das mit der hauptstraße ist insofern super praktisch, da wir direkt vor unserem resort abgeladen werden. das hat was. resort ist allerdings ein bisschen übertrieben. ein klitzekleines vielleicht. vorne das restaurant, dahinter stehen rechts und links vom weg ein paar kleine bungalows. dazwischen gibt es ganz viel grün und palmen und der blick geradeaus geht direkt aufs meer. voll schön. unser zimmer ist einfach, aber sauber. es gibt einen großen pool, aber auch den direkten zugang zum meer, nach der busfahrt genau das richtige. das meer ist zwar da, aber nicht so richtig einladend. am strand liegt einiges an müll, das wasser ist trüb und die see ist rau. dennoch schmeißen wir uns einmal in die wellen, bevorzugen anschließend aber doch das ruhige treiben lassen im pool. herrlich! essen fassen lässt sich leicht in der nachbarschaft. restaurants genug. heute ist uns nach gegrilltem fisch. wir müssen zwar lange warten, aber er schmeckt total lecker.

feenhaft?

für unseren ausflug am nächsten tag, gönnen wir uns einen privatfahrer, um etwas flexibler zu sein. nach dem relativ lauten hostel in ho chi minh city lässt es sich hier ganz gut ausschlafen. nach dem frühstück springen wir direkt noch mal in den pool und pünktlich um 14 uhr steht tong, unser fahrer, mit seinem jeep für uns bereit. von unserem ersten anlaufpunkt sind wir anfangs etwas irritiert? was ist das jetzt? man steigt unter einer brücke barfuss in seichtes wasser und läuft den bachlauf entlang. aufgrund der temperaturen ist es zur zeit eher ein kleines rinnsal. im gebüsch am ufer liegt hier und da müll und es ist nicht sehr romantisch. ‚fairy stream‘, was wörtlich übersetzt so viel heißt wie feen-strom. naja, denke ich, nicht sehr feenhaft, zumindest nicht in meiner vorstellung. aber wir waten weiter. am flussufer haben sich ein paar restaurants angesiedelt und locken mit smoothies und kalten getränken.

okay, verzaubert!

wie sich herausstellt, war ich zu voreilig. je weiter wir dem lauf des wassers folgen, desto schöner und abwechslungsreicher wird die landschaft drumherum. richtig schön. und die stimmung ist perfekt. zwischen kleinen wölkchen strahlt der himmel in zartem blau, die vegetation ist wild und grün und die sonne spiegelt sich im wasser, dass durch die strömung tolle strukturen an den tag legt. die farben des nassen, weichen sandes im flüsschen changieren zwischen rot, beige und schwarz. im dschungel zirpen die grillen, etwas weiter entfernt kräht ein hahn und wenn nicht grade viele touristen um einen sind, hört man nur das plitsch platsch der eigenen füsse. ich bin begeistert. als wir weitergehen, muss sich die üppige vegetation den platz mit getürmten sandsteinen teilen. als hätte man sie kunstvoll drapiert, ragen sie teils meterhoch gen himmel. wow oder chời ơi, wie der vietnamese sagt! der weg scheint ziemlich lange und irgendwann stehen wir vor einem teilstück, wo das wasser tiefer wird. ein mann vor uns wagt die ersten schritte und sinkt ein. hose nass! der zweite versuch am rand gelingt. da ist es nicht ganz so tief. wir krempeln die hosen hoch, müssen allerdings die kamera und die taschen hoch in die luft halten. als es noch tiefer und rutschiger wird, kehren wir wieder um. zu groß ist die gefahr, dass ich dappspecht mit der kamera im wasser lande. und leider drängt auch die zeit, und wir müssen den weg wieder zurück laufen. wie schade. hier hätte ich mich gerne noch länger aufgehalten.

das dorf der fischer

der nächste stopp kündigt sich durch den duft schon an. das fisher village. oh ja, hier riecht es ordentlich nach fisch. laut tong gibt es hier nur einen kurzen foto-stopp. im meer schaukeln hunderte boote. noch sind sie vertaut, aber zum sonnenuntergang machen sie sich auf den weg. unter anderem gibt es auch lustige, runde plastikschüsseln, die ich so noch nie gesehen habe. ich entdecke eine treppe runter zum strand und stehle mich schnell davon. sollte ja nur ein kurzer foto-halt werden, aber diese neugier ; )

wie tausend funkelnde sterne

als ich so stehe und aufs meer und die vielen boote blicke, fällt es mir wieder ein. beim flug von japan nach bangkok habe ich irgendwann aus dem fenster geschaut und wirklich tausende von lichtern gesehen. das sah total unnatürlich aber faszinierend aus. wir haben gerätselt, was das sein könnte. sie schienen so hell und dadurch so nah. aber sterne konnten es ja nicht sein. ein wahnsinnig cooles bild. irgendwann habe ich die stewardess gefragt und sie versprach mir, den piloten zu interviewen. es hat sich herausgestellt, dass wir grade über die vietnamesische küste flogen und es sich bei den lichtern um fischerboote handelte. unfassbar viele. über sehr lange zeit. genau an dieses bild muss ich denken, als ich hier am strand stehe, und mein blick über die vielen boote schweift. wie lange wird es wohl dauern, bis das meer leer gefischt ist, fragen wir uns. die fischernetze sind hier teilweise so eng, dass alles darin hängen bleibt. auch die kleinen fische, der nachwuchs. und was passiert dann mit den ganzen fischern? und aus einer frage ergibt sich meist eine andere frage: viele kinder der fischer gehen sicherlich nicht zur schule. werden sie auch fischer wie ihre väter und großväter? was wird aus ihnen? oder wandelt sich auch dieses bild?

der strand sieht ganz schön wild aus. tote fische, stücke von toten krebsen, viel plastikmüll und dazwischen extrem schöne muscheln. das zeig ich euch im slider auch. man kann ja nicht immer das unschöne weglassen… unter der kleinen schirmstadt tummeln sich die fischer, ihre frauen und in plastikschüsseln ein teil des fanges. mist, mir sitzt schon wieder die zeit im nacken. eigentlich sollte ich ja nur von oben schnell ein foto machen. ich schnappe mir zwei schöne muscheln, um sie stefan zu zeigen, mitnehmen können wir sie ja leider nicht, und steige die stufen wieder nach oben.

vietnamesische sahara

die sanddünen sind der eigentliche grund, warum wir in mui ne gelandet sind. wirklich lustig, wenn man landschaften und dinge in einem land entdeckt, mit denen man so nicht gerechnet hat. in nepal war das zum beispiel der chitwan nationalpark. überraschend. und jetzt stehen wir hier vor riesigen weißen dünen, die man entweder in gruppen mit dem jeep, oder zu zweit mit fahrer und quad erkunden kann. leute, was soll ich sagen. eigentlich finde ich es ja immer mächtig albern, wenn menschen mit den teilen auf unseren straßen fahren. aber hier auf den sanddünen…

woohoo!

den ersten weg auf die höchste düne fährt stefan. ich sitze hinter ihm und der begleitende fahrer neben uns. da er zum ersten mal so ein teil lenkt und man den sand nicht so recht einschätzen kann, fährt er vorsichtig. oben angekommen ergibt sich ein toller blick über die sandlandschaft. fünfundzwanzig minuten haben wir das teil nebst fahrer gemietet, also weiter. ich dachte mir schon, dass das sein ernst ist, als wir geparkt haben. der fahrer will mit uns den megasteilen abhang nach unten fahren. okay, ich denke, die wissen, was sie machen. neben uns hat ein tourist schon seine kamera gezückt, um draufzuhalten, wenn wir in den abgrund rasen. und dann gibt er gas. meine fresse ist das großartig. genau mein ding. mir entfahren einige woohoos und lacher, was ihn natürlich noch mehr anspornt. also rast er mit uns sandberge rauf und runter, wände schräg hoch und quasi in der horizontalen quer rüber und wir haben alle drei mächtigen spaß. der sand und das fette adrenalin-grinsen klebt uns in den gesichtern. was für ein spaß! als stefan den gashebel wieder übernimmt merkt man gleich, er hat blut geleckt. jetzt brettert er mit uns durch den körnigen untergrund und unser kamikaze-fahrer gibt mit der hand zeichen, welche route er fahren soll und wann er langsam machen muss. er kennt die dünen in- und auswendig. ich hätte nicht gedacht, dass das so einen spaß macht und wusste auch nicht, dass uns das widerfahren würde. mich hatten nur die bilder der dünenlandschaft angesprochen.

nach den fünfundzwanzig minuten mit dem quad spaziere ich so noch ein bisschen durch die dünen und treffe am ende auf die zauberhafte gänse parade. ein kaltgetränk später sitzen wir mit tong wieder im jeep und fahren zum sonnenuntergang zu unserem letzten halt für heute. zu den roten sanddünen.

dem sonnenuntergang entgegen

wir cruisen im offenen jeep an der küste entlang und ich beobachte wie sich der himmel pastellfarben färbt, und sich der tag langsam verabschiedet. immer ein bisschen seltsam, wenn die sonne nicht über dem meer untergeht. am straßenrand sammeln sich die mopeds der einheimischen, die sich unten am strand in die fluten stürzen. ich habe schon ein bisschen sorge, dass wir zu spät sind. aber völlig unbegründet.

die roten sanddünen müssen wir althergebracht zu fuss hoch. auf dem grat der dünen sitzen schon einige touristen und warten, was der himmel heute zu bieten hat. leider vergeblich. der sonnenuntergang hat wohl heute was anderes vor. aber egal. wir finden es dennoch fantastisch hier. wie schon in den weißen dünen haben auch hier einige matten mitgebracht, um die hügel herunter zu rutschen. das klappt mal mehr, mal weniger gut. der eine oder andere bleibt bereits nach einem meter stecken. aber spaß haben sie trotzdem. am ende sind wir fast die letzten, die noch auf den roten bergen sitzen. wir genießen die ruhe, die sich über die landschaft legt und lassen den sand zwischen unseren zehen rieseln. eine grandiose stimmung. da tong sich allerdings bestimmt schon fragt, wo wir abgeblieben sind, machen wir uns an den abstieg. ein toller ausflug und die reise nach mui ne hat sich auf jeden fall gelohnt.
 
 

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kommentare

  1. Hallo ihr Zwei. Hatte euch mal etwas aus den Augen verloren, vor lauter Alltag. Aber ihr seid ja zielstrebig vorwärts gekommen.Und schon bin ich wieder im Lesefieber.Christine.,Kompliment wie du das machst.Wir wünschen euch weiterhin alles Gute und noch viele tolle Eindrücke. Liebe Grüsse us Bibere.

    1. hallo liebe inge! vielen lieben dank und schön, dass du wieder da bist!! ja, der alltag. der gestaltet sich bei uns ein bisschen anders. wobei, ich kämpfe mich hier grade durch die neuen datenschutz-bestimmungen. die gelten auch für kleine blogger wie mich. nicht schön… ein, zwei berichte gibt es noch. aus vietnam. und seit heute sind wir in laos. dann machen wir wieder mal ein bisschen blog-ferien. auf bali. darauf freuen wir uns wie bolle! und: zeit für alle, die texte nachzulesen ; )
      allerliebste grüße in die heimat und bis ganz bald mal wieder!

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