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thailand ׀ speed-dating mit bangkok

20. April 2018

unser nächstes ziel ist kambodscha mit einem kurzen zwischenstopp in bangkok. da uns ein laaaanger reisetag bevorsteht und uns japan immer noch in den knochen sitzt beschließen wir, in bangkok drei nächte zu verbringen. morgens um vier klingelt mitleidlos der wecker und wir fahren mit der metro zum flughafen. tokio weint zum abschied. wir auch – ein bisschen.

reisetage

auf den bahnsteigen ist schon einiges los. die menschen sind auf ihren zum teil langen wegen zur arbeit. gefühlt kommen wir viel zu früh am flughafen an, was sich am ende aber als fügung herausstellt. der flughafen ist irgendwie völlig überfordert mit der menschenmenge und schlecht organisiert. ratzfatz vergeht die zeit mit dem ganzen prozedere und wir steigen in den flieger. zwischenlandung in manila mit über 5 stunden aufenthalt. wir richten uns, soweit das auf den unbequemen sitzbänken geht, gemütlich ein. stefan macht ein schläfchen und ich widme mich dem letzten japan-beitrag. reisetage, die nur aus rumsitzen und warten bestehen sind irgendwie anstrengend und nervig. man versucht, das beste daraus zu machen. als wir endlich mit verspätung im flieger sitzen, stehen wir ewig auf der rollbahn rum. keiner sagt was. alle sitzen und warten wann es endlich losgeht. und irgendwie herrscht eine unangenehme stille. nicht gut. man merkt, alle sind genervt. wir auch.

stimmung!

„vielleicht sollten wir ein bisschen karaoke singen“, sage ich zu stefan. „jeder passagier muss eine zeile singen. wer nicht singt, muss aussteigen“. wir fangen an rum zu spinnen. eigentlich müssten die flugbegleiter für solche situationen geschult werden. spätestens jetzt sollten sie ihre spaßhüte (!) aufsetzen, und uns erst mit einer verbindenden ‚la ola-welle‘ animieren und mitreißen. danach ein paar flick flack und handstand-überschläge im gang, bevor wir alle zur karaoke synchron und im takt mit den köpfen nicken, sprich headbangen. der höhepunkt ist dann das seat-diving der flugbegleiter (angelehnt ans stage-diving, wenn die musiker sich von der bühne fallen lassen und vom publikum auf den armen und händen „transportiert“ werden). die längst fällige ansage des piloten holt uns aus unserem gemeinsamen kopfkino breit grinsend zurück in die wirklichkeit. gleich geht’s los. endlich! kurze zeit später, als wir die sitze verlassen dürfen, sich lange schlangen vorm klo bilden und stefan nicht am getränkewagen vorbei kommt, deute ich ihm von weitem an, doch die seat-diving nummer mal auszuprobieren. und schon geht’s wieder los mit dem film im kopf… wir haben spaß! und ich sage euch, das hat uns während der reise schon einige male über blöde momente, wartezeiten und probleme hinweg geholfen. unser (gemeinsamer) humor. bevor die stimmung total am boden ist, eskalieren wir lieber ein bisschen in unseren gehirnen, und retten so die ein oder andere situation.

tierische mitbewohner

um kurz nach mitternacht ortszeit bangkok checken wir in unser hostel ein. eigentlich mehr ein hotel. und was soll ich sagen: wir haben wieder mal ameisen im zimmer. allerdings anders als beim letzten mal ; ) (siehe fotos). ehrlich gesagt sind wir total überrascht von unserem zimmer. es ist irre groß und in der mitte thront ein riiiiiesiges, bequemes bett mit einer enormen bettdecke und super fluffigen kissen. da kuscheln wir uns umgehend rein und schlafen am nächsten morgen erst mal dekadent aus. frühstück gibt’s im hotel. nicht ganz billig für thailand, aber lecker. zwei tage haben wir hier und da wir thailand nicht so richtig aufem plan haben, sind wir sehr gechillt was das programm angeht.

fremde gassen

stefan hat uns für heute den tempel wat arun ratchawararam ratchaworamaha wihan kurz wat arun, den tempel der morgenröte ausgesucht. unser hotel liegt eher im ruhigeren teil von bangkok und dicht an den schönen tempeln der stadt, also marschieren wir los, weit weg vom touri-rummel der stadt durch abgelegene sträßchen, mit terrakotta- blumentöpfen vor der tür, liebevoll bestückt mit vielen seerosen, die ihre knospen dem licht entgegen strecken. vorbei an kleinen, unaufgeräumten werkstätten und einem prachtvollen park streifen wir noch einen tempel mit unaussprechlichem namen, den wir am nächsten tag besichtigen wollen und landen am pier, wo die fähre über den fluss ablegt. der klimawechsel macht sich ziemlich bemerkbar und mein kopf fühlt sich etwas schwummrig an. vielleicht hilft es etwas zu essen?

straßenessen

die restaurants direkt an der anlegestelle sagen uns nicht so recht zu, deshalb setzen wir erst mal über auf die andere seite des flusses, spazieren dort ein bisschen weg vom tempel und landen in einer zauberhaften straße mit essensbuden und straßenständen. an einer straßenecke steht eine frau, die mich mit ihrer ausstrahlung umhaut und anspricht. sie hantiert wild mit zwei spateln in einer riesigen pfanne mit bruzelndem fett. interessiert bleibe ich stehen und sie meint nur: „pad thai?“. ihr mann bietet uns sogleich zwei plastikstühle am einzigen tisch an und wir setzen uns. sie fragt noch mal nach und zeigt uns noch ein paar garnelen. aber wir entscheiden uns für die vegetarische variante und bestellen auch nur eine portion, die wir uns teilen wollen. die beiden sprechen kein englisch, aber wie meist, kriegt man es auch so irgendwie hin. das trinken organisiert uns der mann vom nachbarladen. es dauert nicht lange und wir haben eine große portion nudeln vor uns stehen. und was soll ich sagen: es schmeckt köstlich! und dadurch, dass es eine große portion und ziemlich fettig ist, reicht es locker für uns beide. die zwei freuen sich, als wir begeisterte geräusche machen und die daumen nach oben halten. am ende zahlen wir für das essen und ein wasser 2,10 euro. krasser scheiß!

mosaik-kunst

mit frisch aufgeputschtem kreislauf gehen wir den tempelbesuch an. da ich es mal wieder verplant habe, dass man beim tempelbesuch die knie bedecken muss, leihe ich mir vor dem tempel an einem stand einen wickelrock, den ich über die kurze hose anziehe. der tempel ist mal was anderes, da die gesamte bauwerke mit mosaiken aus buntem, chinesischem porzellan und muscheln bestückt sind, die sich zu verschiedenen blumenmustern arrangieren. ingesamt sind etwa über eine million teile verabeitet.

der zentrale tempelturm besteht aus vier ebenen, die man theoretisch auf allen vier seiten über hohe, steile stufen erreichen kann. zwei ebenen sind heute geschlossen. die treppenaufgäng werden von chinesischen kriegern bewacht. auf der ersten ebene gibt es in allen vier ecken kleinere türme, die dem windgott phra phai, der statue auf dem weißen pferd gewidmet sind. die zweite ebene wird von dämonen getragen und in den nischen sind kinnara- und kinnari-figuren (mythologische wesen, halb mensch, halb vogel) zu sehen. die dritte und vierte ebene wird von himmlischen wesen bzw. dienenden göttern getragen. leider schlecht zu erkennen, da zu hoch. ach und auf dem dreiköpfigen elefanten reitet hindu-gott indra. merken kann ich mir das alles nicht… aber der tempel ist bildhübsch und man weiß nicht, wohin man zuerst schauen soll. das sieht ein deutscher tourist wohl anders, der auf die frage seines kumpels, ob er nicht noch schauen will erwidert: „schauen muss ich nicht, ich hab ja alles auf dem foto“.

tempel, die aufatmen

wie so oft sind wir fast bis zum schluss da und es werden immer weniger menschen. die sonne geht langsam unter und die tempel kriegen noch mal einen ganz anderen charme. als würden sie zum abend hin entspannen. sanfter werden, offener und empfänglicher. ich liebe diese zeit…

an einem stand vor der fähre bestellen wir uns einen frischen mango-ananas-smoothie und steigen mit hirnfrost von dem köstlich, kalten und fast auf ex getrunkenen getränk auf das kleine schiff. da wir nicht lange suchen wollen gehen wir nun doch in eines der restaurants am pier. zwei junge männer sitzen schon draußen und schnell stellt sich raus, dass es sich um deutsche handelt. während wir plaudern stößt noch ein junges, deutsches mädchen dazu und setzt sich ebenfalls. ist total schön, mal wieder deutsch zu reden und sich ein bisschen auszutauschen. die junge frau reist zwischenzeitlich alleine und erzählt uns, dass sie früher nach hause zurück kehrt, da ihr das alleine reisen nicht so viel spaß macht wie zuvor mit ihrer freundin.

was wäre wenn

manchmal denke ich auch darüber nach: was wäre, wenn wir abbrechen würden? ich habe schon immer mal wieder heimweh und sehne mich zwischendurch nach dem eigenen bett/sofa oder dem „normalen“ leben. aber schnell verwerfe ich den gedanken wieder, denn was würde mir alles entgehen?

wir nehmen den gleichen weg wie mittags und können abends einen blick in die unterkünfte der menschen werfen. die türen stehen weit offen stehen, um etwas luft in die stickigen räume zu bekommen. die meisten sitzen vor dem fernseher und lassen sich beschallen. viel platz gibt es nicht und es sieht größtenteils eher chaotisch aus. ich denke an unsere großen, aufgeräumten wohnungen in deutschland. was für krasse unterschiede doch herrschen. doch kann man sagen wer zufriedener ist? wohl nicht…

klangtherapie mit regentropfen

am nächsten tag werden wir von plätschergeräuschen geweckt. es regnet und die wetter-app bescheinigt uns, dass es den ganzen tag so bleiben wird. und da wir ein echt schönes zimmer mit den ameisen teilen, bleiben wir den ganzen tag dort, pflegen sozialkontakte, schreiben mails und whatsapp-nachrichten und ich feile an meinem letzten japan-beitrag. der regen prasselt gemütlich auf pflanzen und steine und es kühlt auch ein bisschen ab. ein schöner tag.

der hunger treibt uns dann doch noch nach draußen und wir landen in einem restaurant, dass wohl schon weltweit in verschiedenen zeitschriften besprochen wurde. vielleicht haben die angestellten deshalb verlernt freundlich zu sein. zwei der angestellten sind der englischen sprache nicht mächtig und bellen uns ziemlich unhöflich an. man könnte das auch mit charme lösen, aber das scheint für sie keine option zu sein. ich überlege kurz, ob wir einfach wieder aufstehen und gehen, aber wir bleiben. das viel gerühmte essen ist okay. aber ganz ehrlich, am straßenrand bei der lady hats zehnmal besser gemundet.

sorry bangkok. wir konnten uns leider nur oberflächlich kennenlernen. vielleicht ein ander mal, wer weiß…
 
 

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