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nepal ׀ ja, es ist liebe. bhaktapur und ich. für immer!

16. Januar 2018

und nein, stefan ist nicht eifersüchtig. wir haben eine dreierbeziehung. und ich bin sicher, da werden im laufe des jahres noch einige dazu kommen. aber, oh mein gott! ehrlich. dieser ort ist unfassbar schön. spätestens jetzt bin ich nepal gnadenlos verfallen. und gott und buddha und allen sei dank, hat das erdbeben hier nicht alles zerstört. so ein magischer, traumhafter ort. ich dreh durch!

„fahr mal den puls runter“, würde mein zauberhaftes patenkind chiara jetzt sagen. ich probiere es und fange von vorne an. mir wurde schon angekündigt, dass mir bhaktapur bestimmt gefällt, aber hey, ich muss ja erst mal selbst kucken. schon allein den richtigen bus zu finden, war eine herausforderung. nach mehrmaligem „durchfragen“ haben wir immerhin den platz gefunden, wo er starten soll. aber dann stehen da ca. 40 busse, die schilder mit den orten lediglich auf sanskrit. wir schauen uns nur ratlos an. heute morgen schon keine heisse dusche und jetzt das. kaum ist allerdings der wunsch ausgesprochen, dass uns doch nette menschen unseren bus zeigen mögen, finde ich zwei sympathische junge mädels, die genau das tun. sie laufen mit uns über den kompletten platz, bis der richtige bus gefunden ist. zum dank muss ich sie spontan umarmen. etwas überrumpelt und überrascht lachen sie herzlich.

fortbewegung in nepal

in nepal sowie auch in indien zahlt man den bus nicht beim einsteigen, sondern es gibt einen busfahrer und einen extra mann, der im bus mitfährt. vor der fahrt preist er die route marktschreiermässig an, wobei man meist kein wort versteht. ich glaube, die müssen vorab einen test machen: wer nicht in einer sekunde ein wort drei mal wiederholen kann, ist raus. und man muss pfeiffen können. so geben sie dem busfahrer zeichen ob’s los gehen kann oder ob er anhalten muss.

das strassenbild in nepal ähnelt dem in indien. allerdings geht es hier strukturierter zu. ohne ständiges, lautes gehupe und es ist insgesamt sauberer. auf der fast einstündigen fahrt sehen wir einige montessori-schulen. die scheinen hier sehr populär zu sein. und es gibt lustige übungsplätze für fahrschüler. mit kleinen brücken, engen kurven, bodenwellen, etc. das sieht lustig aus, wenn da mehrere kleine autos unterwegs sind.

liebe auf den ersten blick

dann lerne ich sie kennen, die unglaublich faszinierende stadt bhaktapur. auf 1.401 höhenmetern gilt sie als kulturhauptstadt des landes. knapp 100.000 menschen leben hier, die meisten davon sind kleinbauern. der durbar square wurde bereits 1979 auf die liste des weltkulturerbes gesetzt. wie in kathmandu am durbar square auch, muss man, wenn man als tourist die altstadt besichtigen möchte, eintritt bezahlen. für nepal auch ganz schön viel. 12,50 euro pro person. aber das geld wird dafür verwendet, diese wunderbare kostbarkeit zu erhalten, zu restaurieren, die stadt zu reinigen und vieles mehr. dafür bezahle ich gerne.

und dann tauchen wir ein in diese überwältigende, alte stadt. zu recht wird sie als „lebendiges museum“ bezeichnet. als erstes betreten wir den dattatraya square. wie schon mehrfach erwähnt, gibt es in asien überall kleine grüppchen von menschen, die entspannt zusammen sitzen. ganz oft die ältere generation. wie cool das ist, dass man sich draussen trifft und in der gruppe zusammensitzend das treiben beobachtet, kommentiert, lacht und diskutiert. vor einem tempel steht eine ziege mit ihrem megakleinen nachwuchs. die zwei sehen aus wie frisch geschlüpft, noch ganz wackelig auf den beinen. einer der männer hebt das eine zicklein hoch und scheint es zu untersuchen. die umstehenden schauen interessiert zu, inklusive dem steinernen wächter hinter ihnen. am rande quietscht und ächzt eine wasserpumpe, nach und nach den behälter einer frau füllend. die sonne schickt uns wieder ihre wärmenden strahlen und irgendwo im hintergrund läuft entspannte, leise musik. man könnte sich hier schon verlieren. aber stefan meint, das ist erst der anfang. also flanieren wir weiter, vorbei an kunstvoll verzierten privathäusern, in denen kleine souvenirläden wohnen, gasthäuser untergebracht sind und obst und gemüse verkauft wird. das flair dieser stadt haut mich um. es ist ein bisschen eine andere welt, als wäre die zeit stehen geblieben.

schön, schöner, bhaktapur!

als wir den taumadhi square betreten flippe ich fast aus. oh mein gott! ich bin verliebt! man weiß gar nicht, wo man als erstes hinschauen soll. die tempel in den verschiedenen baustilen, die verzierungen, die schnitzereien, ein bauwerk ist schöner als das andere. aber am prächtigsten ist für mich der höchste tempel im kathmandu-tal, der nyatapola-tempel. auch er steht auf der welterbeliste der unesco. der tempel hat fünf terrassen und jede ebene wird von wächtern flankiert. je höher die ebene, desto stärker die wächter. der tempel selbst, man findet keine worte. wirklich jeder zentimeter holz ist kunst. bis ins kleinste detail. da müssen damals die nerds der architektur am werk gewesen sein. was für eine akribische leidenschaft. eines von vielen großartigen monumenten der zeitgeschichte bhaktapurs.

auf einer kleinen mauer lassen wir die szenerie auf uns wirken. auch hier ist der platz umgeben von kleinen souvenirläden, die des touristen herzen erfreuen. masken, gewürze, t-shirts, geschnitztes und bilder mit sagenhaften bergpanoramen säumen die wege. ein paar größere jungs spielen fussball, die kleineren versuchen die tempel und wächter zu erklimmen. zwei polizisten beobachten am rande stehend das treiben. hin und wieder kreuzt ein motorrad den platz, autos sieht man nur selten. schulklassen lassen sich für ein fotoshooting auf den stufen nieder. auch hier wird alles von ruhiger, meditativer musik untermalt. tauben ziehen am himmel ihre kreise, als hätten sie eigens eine kleine choreografie einstudiert.

wir ziehen weiter zum durbar square. so weit ich das einschätzen kann bzw. von den plätzen die wir besichtigen, hat es den durbar square am schlimmsten getroffen. das erdbeben. hier ist noch vieles im argen und es tut richtig weh, wenn man die berge an säulen, ziegeln und steinen sieht, die zum wiederaufbau bereit liegen, was wohl noch einige zeit in anspruch nehmen wird. arbeiter hämmern und sägen am boden sitzend an neuen holzkonstruktionen. von einem tempel stehen nur noch die terrassen und wächter, die aussehen als wären sie neu zusammengesetzt worden, um weiterhin treu ihren dienst zu tun. und trotz der baustellen und der gerüste, es gibt so viel zu sehen und die stadt zieht mich total in ihren bann. ein ganz besonderer ort, den ich sicherlich nicht zum letzten mal besucht habe.

unterstützung von seiten der stadt

durch die gassen richtung pottery square (töpferkunst-platz) sehen wir auch noch eine vielzahl von eingestürzten privathäusern, die dem erdbeben zum opfer gefallen sind. um die schönheit und einzigartigkeit von bhaktapur zu erhalten, unterstützt die stadt die einwohner, die ihre häuser wieder im gegebenen stil, sprich mit geschnitzten holzfenstern, traditionellen ziegeln und kacheln bauen. leider können sich das viele der einwohner schlichtweg nicht leisten. sofern sie überhaupt die mittel haben, um neu bauen zu können.

die menschen hier, die einer der ältesten künste der welt, der töpferkunst nachgehen, arbeiten noch ganz althergebracht mit holzrädern, um den tongefässen die verschiedenen formen und größen zu verleihen. als ich einen traditionellen wasserspeicher fotografieren möchte, springt mir zuerst ein kleiner junge ins bild und plötzlich sind wir mal wieder von einer kleinen, wildgewordenen horde umzingelt. sie wollen klamauk machen für ein foto. könnt ihr haben, jungs. los geht’s. und ein video für instagram mache ich gleich auch noch. zum dank gibt es chips für die kids, im kleinen laden direkt nebenan. stefan wird umrundet von dem kreischenden rudel und die einheimischen lachen amüsiert.

kein abschied für immer

wir lassen uns noch ein bisschen treiben durch die teils gepflasterten, teils unbefestigen gassen und fügen uns ein in den alltag der bewohner. kichernde schülerinnen auf ihrem heimweg, gemüse-verkäuferinnen, die ihre waren ausbreiten, der hund, der bellend sein haus verteidigt, gackernde hühner und der obstverkäufer, der mit der alten frau, die sich nicht recht entscheiden kann, besonders geduldig ist. unser bhaktapur-besuch nähert sich dem ende und ich bin ein bisschen traurig aber auch tief bewegt, ob der schönheit und der atmosphäre dieser besonderen stadt. freunde kommt nach nepal, und taucht ein in diese besondere welt! ich habe noch nicht mal das umland gesehen und bin jetzt schon hin und weg.

krankenhaus-besichtigung

am abend wird die freude ein bisschen getrübt, weil ich schon seit tagen probleme mit meiner nase bzw. den nebenhöhlen habe. leider verschlechtert sich die lage über nacht und meine linke gesichtshälfte, vor allem auch unter dem auge, ist ziemlich angeschwollen. am nächsten morgen werde ich im bad mal kurz ohnmächtig. ich denke, die aufregung über den bevorstehenden arztbesuch. stefan steht ganz bleich vor mir, als ich die äuglein wieder öffne. der arme hat sich auch mächtig erschreckt.

kartoffelnase auf dem rückzug

wir frühstücken im bett, machen uns fertig und fahren mit dem taxi richtung krankenhaus. zu allem übel landen wir erst mal mitten in einer friedlichen demonstration. der taxifahrer ist ganz verzweifelt, aber es ist nicht zu ändern. der stau löst sich allerdings relativ schnell wieder auf. im krankenhaus angekommen werden wir sofort aufgenommen und ratz fatz sitze ich vor dem freundlichen hno-arzt, der mir eine infektion in der nase bescheinigt, die sich schon etwas ausgebreitet hat. alle 6 stunden antibiotika, drei mal am tag antiseptische salbe sowie schmerztabletten gegen den krassen druck im kopf sollen es richten. außerdem gibt er uns seine handynummer. wir können ihn jederzeit anrufen, wenn wir das gefühl haben es wird schlechter. und am freitag würde er mich und meine nase gerne noch mal sehen. so machen wir das. wir sind überrascht wie schnell und unkompliziert das alles geht. und das krankenhaus machte einen wirklich sehr guten eindruck.

keine sorgen machen allerseits. es ist noch nicht gut, aber das wird schon. ich werde hier liebevoll umsorgt und unkraut vergeht ja bekanntlich nicht.
 
 

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kommentare

  1. Liebe Christine,

    ich wollte mal einen lieben Gruß hier lassen! Toll, was ihr alles macht und noch toller, dass ihr uns daran teilhaben lasst. Ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr noch viele unvergessliche Erlebnisse haben werdet!

    Liebe Grüße von Kathrin

    1. hallo liebe kathrin, danke für deinen gruß! du musst unbedingt auch von eurem urlaub erzählen! uns geht’s wieder besser und wir sind auch schon in nepal weitergereist. neue beiträge folgen schlag auf schlag. der kopf ist wieder (fast) frei…
      alles liebe und schreib doch mal über whatsapp wie’s bei euch war : )

    1. hans und elfie, schön von euch zu lesen! und herzlichen dank! es geht wieder besser. morgen geht’s mit dem bus weiter nach pokhara und neue beiträge gibts auch bald wieder. viele liebe grüsse nach GOA!

  2. Liebe Christine,
    gute Besserung ! Deine Beiträge sind toll – macht riesig Spaß mitzulesen …. man ist selbst ein wenig unterwegs …
    Liebe Grüße
    Bina, Ralf und Paul

    1. liebe bina, lieber ralf und lieber paul!
      dankeschön! langsam geht es wieder aufwärts. wir waren heute das erste mal seit 4 tagen wieder
      draussen. bald gibt es auch wieder einen neuen beitrag : ) und: ich freu mich sehr, dass ihr dabei seid!
      viele liebe grüsse zurück an euch drei!

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