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nepal ׀ ausflug nach… ja wo waren wir eigentlich? und adventure tour nach pokhara!

25. Januar 2018

ernsthaft. wir haben einen ausflug gemacht und wissen nicht wohin. also wir wissen wohin wir wollten. aber da sind wir nie angekommen. das haben wir aber erst im nachhinein erfahren. klingt komisch, ist aber so ; ) sampanna hat uns morgens schon so komisch angeschaut als wir verkündet haben, dass wir mit dem local bus zum kloster kopan (kopan monastery) fahren möchten. aber hey, warum denn nicht? wir fragen uns halt durch. des wird scho!

zuversichtlich und frohen mutes, dass wir die stadt mal wieder verlassen können, wollten wir zum ratna park, wo die meisten busse abfahren. aber: fehlanzeige. wir durften nicht mal den durbar square überqueren. gesperrt. okay. aber wir lassen uns nicht aufhalten. wir laufen den insider-weg durch ein paar kleine gassen und kommen zur hauptstrasse. auch hier alles gesperrt. keine autos. erst vorne richtung park stehen die ganzen autos und busse. totaler stillstand. nichts tut sich. alle warten. aber worauf? ich frage einen polizisten und der meint in 10 minuten gehe es weiter. die situation war schon fast gespenstisch. die straße voll mit autos und bussen und – totale stille. man hätte eine nadel fallen hören können. ich überlege kurz einfach mal über die blechkolonne hinwegzuschreien: where is the bus to kopan monastery? in meinem kopfkino läuft schon ein film mit bollywood-szenen. tanzende busfahrer auf auto- und busdächern die singend verkünden, alle nach kopan fahren zu wollen. und: fump! ist mein kopfkino wieder zu ende. eine wagenkolonne kommt angefahren. hoher besuch. deshalb war die ganze straße gesperrt. yoah klar, das kann man mal machen. was dann passiert, ist vorhersehbar. totales chaos. wir fragen uns durch, von bus zu bus, werden weiter gewunken bis uns irgendwann ein junger mann zur hilfe kommt. ramesh. er ist eigentlich aus bhaktapur, hat aber geschäftlich in kathmandu zu tun. er fährt die selbe taktik wie wir, fragt einen nach dem anderen, nur auf nepali. und kommt leider auch nicht weiter. irgendwann beschließen wir dann doch, ein taxi zu nehmen. ramesh verhandelt noch einen guten preis für uns und los geht’s. am ende ist der taxifahrer etwas unsicher und fragt sich durch.

wie hänsel und gretel

wir halten hoch oben am berg vor einem cafe. angeblich am ziel. wir schnappen ein kaltgetränk, stefan fragt noch mal nach, in welche richtung es zum kloster geht und wir laufen los. das erste tor war es nicht. das war zu bzw. nur für „kleine“ mönche geöffnet. also wandern wir den einen schmalen weg entlang, den es gibt, und landen irgendwann auf einem kleinen pfad durch den wald. voll schön. richtig grüne bäume und pflanzen. nicht solche, die unter einer dicken schicht staub zu ersticken drohen. es riecht auch nach wald. und: frische luft. mal wieder richtig durchatmen. und: stille. ein traum. zwischendurch bietet sich immer mal wieder ein blick über die stadt. als wir so den berg hoch spazieren merke ich, dass ich immer noch nicht ganz fit bin. deshalb schön langsam. auch das zweite tor an dem wir vorbei kommen ist zu. man winkt uns weiter.

geheimnisvolles kloster

von weitem können wir ein kleines dorf sehen. am waldrand futtern sich ein paar ziegen durch das grün und im gras haben es sich zwei frauen bequem gemacht, um zu plaudern. wir grüssen die dorfbewohner mit einem freundlichen namaste und durchqueren das geöffnete tor. es scheint geschafft. außer uns sind lustigerweise nur junge leute unter den besuchern. die meisten sind wie immer mit ihren handyselfies beschäftigt und auch wir werden wieder mal mit abgelichtet.

das kloster thront still und leise auf dem berg. in einem blumenbeet sind ein paar mönche mit gartenarbeit beschäftigt, ansonsten sind wirklich nur besucher zu sehen. wir umkreisen die terrasse eines gebäudes und finden eine tür, die halb angelehnt ist. wir streifen unsere schuhe ab und trauen uns, die tür ein stück weit zu öffnen. in der ecke am ende des tempels sitzt ein mönch, der meine geste ob wir eintreten dürfen mit einem kopfnicken und einer handbewegung bestätigt. der raum explodiert beinahe vor lauter farben. man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. die decke ist von hand bemalt, an den wänden hängen fahnen bzw. bestickte wandteppiche und unten rund um die goldene stupa, die reich mit edelsteinen bestückt ist, stehen kästen mit buddha figuren, die verschiedene mudras (handgesten) zeigen. mud heißt freude, aber auch geste, um den göttern zu gefallen. ra bedeutet „das, was gibt“. wir bleiben eine kleine weile, schauen uns in stille um und gehen dann zum nächsten gebäude. die gebetshalle ist leider geschlossen. man kann nur durch die getönten scheiben spickeln und sieht zwei riesige gongs und viele kleine sitzkissen. aussen auf den wänden und decken der gebetshalle finden sich tolle gemälde mit vielen kleinen, liebevollen details. wieder eine wahre farbenpracht und so viel zu schauen und zu entdecken.

der frühling macht sich bemerkbar

im kleinen stupa-park der sich an das kloster anschließt, entdecken wir die ersten blüten, die sich dem frühling entgegen strecken. und sogar das ein oder andere bienchen ist unterwegs. in der sonne ist es herrlich warm. wir machen uns langsam auf den rückweg, nicht ganz sicher, welchen weg wir wählen sollen. und prompt schlagen wir erst mal die falsche richtung ein. wir landen zwar an einem schönen aussichtspunkt, aber es ist eine sackgasse. also wieder zurück und wir beschließen, die breite straße auf der die autos fahren nach unten zu laufen, um uns irgendwann ein taxi zu nehmen. das eine, das uns oben schon begegnet, scheint uns zu teuer. irgendwann kommt ein zweites daher und sammelt uns ein. ob er denn hier wohne, frage ich ihn. nein, nein, meint der fahrer. man hätte ihn informiert, dass hier zwei rumrennen die aussehen, als würden sie ein taxi brauchen…

zweifel und verzweiflung

am abend als ich die bilder runterlade kommen mir irgendwie zweifel, dass wir im kloster kopan waren. ich google noch mal und sehe defintiv ein anderes kloster als das, welches wir besichtigt haben. auch alice, meine freundin, die schon längere zeit in kopan war, meint per mail: schönes kloster, aber nicht kopan. meine recherche, wo wir denn nun waren, verläuft im nichts. keines der kloster rund um kopan passt zu unserem!? auf dem berg waren wir definitiv. wir wissen tatsächlich bis heute nicht, welches kloster wir besichtigt haben. das problem ist, dass es auch wirklich keinerlei hinweis- oder infoschilder für touristen gab. aber am ende ist doch das wichtigste, dass wir einen schönen tag hatten. der vorerst letzte in kathmandu.

pokhara wir kommen – früher oder später

am nächsten morgen klingelt um fünf uhr der wecker. unsere busfahrt nach pokhara steht bevor. sampanna hat uns zwei tickets sowie ein taxi zum abfahrtsort gebucht. abfahrt um 7 uhr, gegen 15 uhr sollten wir in pokhara eintreffen. der taxifahrer fährt mit uns die lange reihe der busse ab, um unseren anbieter zu finden. fehlanzeige. anscheinend gibt es heute keinen bus unseres anbieters!? aber ein anderer fahrer bietet uns an, uns mitzunehmen. wir lassen uns versichern, dass wir am ende nicht nochmal bezahlen müssen und steigen ein. außer uns sitzt noch eine touristin mit im bus, ansonsten nur nepalesen. kurz nach sieben geht’s los. es ist kalt und grau und ich ziehe meine kapuze tief ins gesicht und lege mir den schweren, kleinen rucksack auf die beine, in der erwartung, dass sie dadurch warm werden. die hoffnung, dass es vielleicht eine heizung gibt, wenn wir erst mal losgefahren sind, zerschlägt sich. also heißt es warten auf den sonnenaufgang.

nach ca. einer dreiviertel stunde fahrt, wir haben die stadt noch nicht mal verlassen, springt der bus nach einem kurzen stopp nicht mehr an. na bravo. das fängt ja super an. es wird geschraubt und gemacht und getan und nach einer halben stunde schnurrt er wieder. puh. das war knapp. mittlerweile lassen sich auch ein paar sonnenstrahlen blicken und ich taue langsam aber sicher wieder auf. zwischendurch frage ich stefan wie lange es braucht, bis einem die zehen abfrieren. ja, ich weiß. lange. aber man muss auch mal jammern dürfen ; ) zusammen mit vielen anderen bussen und noch mehr lkws, schnaubt und kämpft sich unser gefährt die serpentinen hoch. über der landschaft unten liegt jetzt ein grauer, zäher nebel. es ist nicht ganz auszumachen, ob es nun dunst oder smog ist. frühstücks- und toilettenpause. wie immer haben die busse ihre festen stationen, wo pause gemacht wird. so empfängt uns das restaurant mit ein paar warmen speisen. wir zwei haben uns mit allerlei keksen und zeug eingedeckt, so dass wir erst mal nichts warmes essen. da die pause nur kurz ist, wir müssen ja wieder zeit aufholen, nehmen die meisten ihr essen mit in den bus. könnt ihr euch vorstellen, wie es da drin gerochen hat? als hätte man zwölf garküchen auf kleinstem raum vereint. ein wilder mix aus allem.

183 stockwerke mit dem bus

da wir noch viel zeit vor uns haben und ich echt müde bin, lege ich mich hinten in die letzte busreihe. eigentlich eine gute idee. wären da nur nicht diese straßen… sind es wirklich straßen oder fahren wir doch querfeldein? im ernst. wir haben zwischendurch solche hopser gemacht, dass ich vom sitz abgehoben bin, um unsanft wieder auf meinem allerwertesten zu landen. ohne scheiß! ich habe sogar beweise. die healthapp auf meinem handy war von dem auf und ab so irritiert, dass sie am tag der busfahrt 183 stockwerke (!) protokolliert hat. unfassbar, die straßenverhältnisse. aber irgendwann hat mich das geschaukle nicht mehr irritiert und ich habe sogar ein bisschen geschlafen.

lustigerweise ist mein körper wohl so programmiert, dass ich, wenn der bus scharf bremsen muss, nicht vom sitz falle, sondern das ausbalanciere. im halbschlaf. bis zu dem moment als es einen dumpfen, kräftigen knall gibt. da bin ich mit einem mal hellwach. das klang nicht gut. und siehe da: unsere fontscheibe ist kaputt und wir kleben an einem lkw. auffahrunfall. wir sind mit unserer schnauze voll auf den lkw gekracht. gott sei dank nicht sehr schnell und es wurde keiner verletzt. wir müssen uns lediglich von unseren scheibenwischern verabschieden. gut, dass kein regen angesagt ist. und natürlich stehen wir erst mal. es dauert nicht lange und ein kleiner menschenpulk sammelt sich vor unserem bus. schaulustige, mitfahrer und die polizei. dann kommt noch mehr polizei. und wir blockieren die straße und werden kräftig „ausgehupt“. irgendwann wird der bus wieder angelassen und wir fahren – zur seite. nochmal stehen und warten. mann, mann. nicht unser tag, nicht unser bus. nach einer kleinen weile geht es endlich weiter. ungefähr 15 minuten lang fahren wir. mittagspause! nicht euer ernst? so langsam haben wir echt bedenken, ob wir noch am selben tag in pokhara ankommen. aber was solls. wir holen uns einen teller mit feinen kartoffeln vom buffet und suchen uns ein sonniges plätzchen am fluss.

busfenster-beobachtungen

der trishuli-fluss begleitet uns ein ganzes stück unseres weges. das flussbett variiert stets in der breite und an einer stelle fließen verschiedene arme zusammen. die farben des wassers sind interessanterweise sehr unterschiedlich, die tönung reicht von braun über grün bis blau. ab und an gibt es kleine und größere buchten mit sand. an den breiteren stellen ist das flussbett teilweise ausgetrocknet und wird auch mal als fussballplatz genutzt. auf der gegenüberliegenden flussseite steht hier und da ein häuschen oder eine kleine hütte im berg. um den fluss sicher überqueren zu können, wurden teilweise lange hängebrücken aber auch kleine fähr-flosse zum selberziehen installiert. je nachdem, wie der fluss sich gerade gebahrt.

die landschaft, die an uns vorbei zieht, wird indes immer ländlicher. waren es anfangs noch mehr reisterrassen, wandelt sich irgendwann das bild und wir sehen unmengen von gemüsefeldern. grosse grüne blätter und krause köpfe strecken sich der sonne und dem himmel entgegen. hauptsächlich wohl blumenkohl und brokkoli. zwischen die einzelnen beete wurden pflanzen mit lilafarbenen blüten gesetzt. ob sie die insekten abwehren? und es gibt gelbe rapsfelder, die uns an zuhause erinnern. die grossen felder werden hier noch traditionell mit dem ochsengespann bestellt.

überall hängt wäsche auf den leinen, aber auch in der pampa sind überall wäschestücke verteilt. in den büschen, über zäunen… oft weiss man nicht mal, wem oder wohin die wäsche gehört. witzig finde ich auch immer wieder, dass sich die menschen hier einfach mal an ort und stelle für ein kleines schläfchen niederlassen. spontan. überall. mitten im feld, am fahrbandrand, vor dem haus. zack eine decke oder nicht mal das und augen zu. i don’t care… ein ziegenhirte kommt mit seiner herde auf einem kleinen pfad vom berg herunter, auf dem rücken ein riesiges bündel zweige mit saftigen, grünen blättern. vielleicht der futtervorrat bis zum nächsten aufstieg? neben den häusern und den kleinen ställen sind oft riesige strohhaufen auf hohen vorrichtungen aufgeschichtet. nach oben hin spitzer zulaufend, sehen sie ein bisschen aus wie tannenbäume aus stroh. wahrscheinlich, dass es unten keine staunässe gibt.

neugieriges annapurna himal

wir durchfahren ein paar kleinere städtchen und uns fällt auf, dass die häuser hier gerne mit zweifarbigen klinkern verputzt oder bemalt werden. meist in weiß und grau. und hinter den städtchen, wie mit aquarell-farben sanft gezeichnet, ragen schon neugierig die spitzen des annapurna gebirgsmassivs hinter den grünen bergen hervor.

tatsächlich haben wir wieder zeit aufgeholt und kommen nur eine halbe stunde später als gedacht in pokhara an der busstation an. wir haben uns hier über airbnb ein gemütliches, helles apartment gebucht. vesper, eine chinesin, die hier mit ihrem nepalesischen freund lebt, holt uns an der busstation ab und bringt uns zu unserer bleibe. und nein, wir werden sie nicht auf ihren vornamen und dessen bedeutung in deutschland ansprechen. aber lustig ist es schon irgendwie. „schreibst mal vesper, dass wir noch handtücher brauchen!“

die lage der unterkunft ist spitzenmässig. es ist ruhig und wir sind in 12 minuten zu fuss am wunderschönen phewa-see. außerdem haben wir wieder eine kleine küche und können uns unser frühstück und gelegentlich das abendessen selbst zubereiten. und es ist etwas wärmer als in kathmandu. das mit dem winter haben wir echt unterschätzt. dass es draußen kalt ist, war uns klar. aber dass es keine heizungen gibt und die wohnungen am abend und in der nacht richtig kühl sind, darüber haben wir nicht so recht nachgedacht. aber tagsüber, wenn die sonne scheint ist es mittlerweile richtig schön warm. man merkt, dass der frühling einzug hält in nepal.
 
 

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kommentare

  1. Ui was für eine Fahrt. Ja Busfahren ist in Nepal ein echtes Abenteuer. Ja die Kälte in den Häusern ist wirklich nicht schön und ich hab einige Zeit gebraucht bis ich begriffen habe warum die Nepali morgens immer vor dem Haus sitzen. Ich hoffe ihr könnt Pokhara geniessen, es entwickelt sich für meinen Geschmack mittlerweile zu sehr zu einem Lifestyle Ort. Wenn ihr Abenteuer sucht macht einen Gleitschirmflug das ist herrlich. Es gibt auch eine Zipline ich hab sie schon 3mal gemacht. Ansonsten eine Bootsfahrt auf dem See den kleinen Tempel besuchen zur World-Peace-Stupa wandern oder fahren und nach Devi´s Fall gehen. Sonnenaufgang in Sarangkot kann ich auch empfehlen ist ein Traum. Ihr werdet sicher keine Langeweile haben. Viel Vergnügen.

    1. hallo bernadette. danke für die tipps! ein bisschen was haben wir schon erlebt. im neuen beitrag nachzulesen… du weisst nicht zufällig, in welchem kloster wir da waren? ; )
      und danke für die guten wünsche. vergnügen haben wir auf jeden fall. liebe grüsse!

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