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malaysia ׀ langkawi – strand in sicht und süsses nichtstun

6. März 2018

aufgrund mangelnder vorbereitung und krasser verpeiltheit sind wir viel zu früh bei der fähre, die uns zu unserem nächsten ziel bringt: zur insel langkawi. wir deponieren deshalb erst mal unser gepäck und machen uns im schatten schleichend auf die suche nach einem cafe mit klimaanlage. was freuen wir uns aufs meer! die schwüle wärme ohne meer zu ertragen, fällt wirklich schwer.

ge“fähr“ten

später am fährhafen hängen wir auf den sofas und warten, dass wir endlich aufs boot dürfen, über das wir auch schon üble geschichten gelesen haben. plötzlich dringt mächtiges stimmengewirr von der rolltreppe zu uns rüber. ein pagenkopf, mit hoch erhobenem schirm nebst flagge, schreitet voraus und hinter ihr, ich weiß nicht wie viele asiaten. man denkt, der strom reißt nicht ab. ein gezeter und gemurmel und gelache. wir schauen uns nur alle belustigt an und beobachten die kunterbunte truppe, die sich natürlich direkt vor dem eingang positioniert. und grade als man denkt das waren jetzt alle, geht das gezeter von vorne los. noch mehr von ihnen stürmen die halle. ein spaß. ein zweiter junger reiseführer spricht zur herde. abrupt wuselt es wie im ameisenhaufen und alle gruppieren sich anständig in einer reihe. ungefähr zehn minuten später der nächste befehl nachdem klar ist, dass es noch ein bisschen dauert. die gruppe „rührt sich“ und schwärmt aus. wir zweifeln, ob wir tatsächlich alle auf ein boot passen. laut unserer information sind die nicht sehr groß. aber von wegen. es passen alle rein und das gepäck wird in den gängen gestapelt. die 3-stunden-überfahrt ist kurzweilig. die see ist ruhig, es gibt dvd-entertainment und ich bin mit schreiben beschäftigt. dabei vergeht die zeit eh immer wie im fluge. also überhaupt kein ding – allen unkenrufen zum trotz. das einzige, was vielleicht etwas stört, ist der dieselgeruch auf unserem deck.

kleines paradies

auf langkawi angekommen will uns der erste taxifahrer nicht fahren, warum auch immer. eine junge muslimin nimmt sich uns an und kutschiert uns still aber sicher zu unserer unterkunft für unsere „urlaubs“woche. süsses nichtstun steht an. kein programm, keine bis wenig fotos und kein blog. langkawi ist die hauptinsel und gleichzeitig auch der name der gruppe von 99 kleinen kalkstein-inseln im nordwesten von malaysia. nur wenige kilometer entfernt liegt schon die erste insel thailands. über airbnb haben wir ein zauberhaftes cottage gefunden. aus backsteinen gebaut, mit himmelbett und megaschönen fliesen. pondok keladi heißt das kleine paradies, das mir auf anhieb gefällt. auf dem gelände wohnen ganz viele palmen und andere grünpflanzen, die zwei netten gastgeber, nebst mutter des einen (die hinreißende esma), zwei hunde und katzen. außerdem gibt es unser kleines cottage, ein größeres haus mit eigener küche das vermietet wird, und zusätzlich noch einige zimmer. in der mitte des grundstücks thront eine art offenes wohn- und esszimmer mit tischen und bequemen sofas sowie eine gemeinschaftsküche. der kühlschrank ist vollgepackt mit eiern, marmelade und toast, im regal stehen tee und kaffee. „alles frei zum verzehr“, erklärt uns die mutter von dee, unserem gastgeber und bringt uns kurz darauf noch zwei kalte bier und zwei wasser auf unsere private mini-terrasse. so lässt es sich aushalten! das bier findet sogleich den weg in unsere kehlen und wir genießen die ruhe und entspannte atmosphäre um uns herum.

es menschelt

abends begeben wir uns auf nahrungssuche und erkunden, wie meist die nachbarschaft. wir sind gewollt nicht mitten drin im touri-hotspot und müssen ein bisschen laufen, bis wir ein offenes restaurant finden. an den tischen sitzen viele einheimische, aber auch ein paar touristen. das mit den menschen in malaysia ist ganz anders als indien oder auch nepal. hier fragt dich kein einheimischer woher du kommst, ob es dir gefällt, wo du schon warst oder wohin du noch reist. man kommt überhaupt nicht ins gespräch. gut, vielleicht könnte es auch von uns ausgehen. aber man hat das gefühl, die menschen hier haben keinerlei interesse daran. in dem restaurant, in dem wir landen, ist der service am ersten abend okay. am zweiten abend haben wir das gefühl, wir werden erst mal absichtlich ignoriert. man fühlt sich nicht wirklich willkommen. schade eigentlich. und ehrlich gesagt keine ahnung, was deren problem ist. mit manchen touristen, die uns begegnen, ist es ähnlich. manche grüßen, manche gar nicht. nicht mal wenn man sie direkt anspricht. in sachen gemeinschaftsküche ist es wie überall ; ) die meisten kennen das von der arbeit. manche machen alles sauber und ordentlich. andere lassen ihr zeug einfach stehen. wird schon wer machen. schmeißen den abfall neben den eimer oder in den eimer wenn keine tüte drin ist…

tierische begegnungen

spannend ist die tierwelt auf langkawi. hauseigene hunde und katzen habe ich schon erwähnt. in den palmen auf der wiese wohnt mindestens ein eichhörnchen. sehr süß, wie es sich geschickt von palmblatt zu palmblatt springend über mehrere pflanzen fortbewegt. freche affen gibt es hier auch wieder. sobald das auto von dee und marc weg ist, trauen sie sich aufs grundstück und plündern schon auch mal den mülleimer der gemeinschaftsküche. dass sie die kühlschrank-tür noch nicht aufmachen und den herd und den toaster bedienen, nimmt uns wunder. kommt bestimmt auch bald. wenn die vierbeiner ben und reggie nicht grade siesta machen, jagen sie die ungeliebten gesellen manchmal übers grundstück.

verschieden große geckos sind eigentlich überall. im cottage habe ich mich öfter erschreckt, wenn plötzlich einer durchs sichtfeld huscht. am letzten abend hatten wir den winzigsten gecko überhaupt im zimmer. so einen klitzekleinen haben wir beide bisher noch nie gesehen. sehr putzig! die geckos fressen wiederum die ameisen. auch die sind überall. essen rumliegen lassen ist nicht so toll, das wird umgehend bestraft. was aber am schönsten ist, sind die vielen, tollen, ungewöhnlichen vogelarten, die wir hier entdeckt haben. drei davon direkt bei uns vor der haustür im kleinen (vogel-)paradies: den flaggendrongo mit seinem extravaganten schwanz, drei heckenkuckucks mit ungewöhnlichem gesang und den quietschegelben schwarznackenpirol. den orienthornvogel (nashornvogel) haben wir unterwegs beim rollerfahren vorbeifliegen sehen und den brahminenweih über dem meer. leider gibt es keine fotos. aber durch die vogelkarte im guesthouse konnten wir alle identifizieren. wer mehr über die piepmätze wissen will, einfach auf die vogelnamen klicken. ich verlinke zu wikipedia.

den ersten tag verbringen wir „zuhause“. wir haben unmengen von schmutzwäsche, da in den letzten unterkünften waschen nicht gut möglich war. vor unserer terrasse ist schon eine wäscheleine gespannt. wir hängen unsere leine noch mit dazu und lassen die bunten fahnen wehen. okay, bunt ist übertrieben. wer mich kennt weiß, dass ich hauptsächlich schwarz trage. wobei ich mir auf langkawi zwei krass bunte shorts gekauft habe. fancy, sage ich euch.

und täglich grüßt das murmeltier

wie schon in george town ist es auch hier warm und schwül. morgens weht meist noch ein leichter wind und es lässt sich auf der terrasse angenehm sitzen. irgendwann gegen nachmittag steht die luft. die sonne brennt unbarmherzig und es ist draußen eigentlich nicht auszuhalten. alle, die sich an unserer veranda vorbei bewegen, stöhnen. it’s so hot! also rein in unser reizendes häuschen, klimaanlage an und ein mittagsschläfchen gemacht. danach raffen wir uns auf und fahren mit unserem gemieteten roller zum strand.
die nächsten tage gestalten sich ähnlich: schlafen, essen, schlafen, baden, essen…

der bekannteste strand der insel ist nicht weit von uns entfernt. cenang beach. den kucken wir uns aber nur kurz an. es reiht sich liege an liege und tourist an tourist. nicht so unser ding. der kleinere strand, tengah beach, ebenfalls bei uns in der nähe, gefällt uns schon besser. gut, er ist nicht ganz so romantisch. auf der einen seite steht im hintergrund ein kieswerk und am nachmittag sind ziemlich viele paraglider unterwegs, die teils ein bisschen unkoordiniert am strand landen. da muss man schon mal aus dem weg springen ; ) ein stück weiter ist es schon netter. das wasser ist okay. nicht ganz so kühl und klar, wie man es sich vielleicht wünschen würde, aber zum planschen prima.

meeresbewohner

wir wundern uns ein bisschen, dass bei der hitze nicht viele menschen im wasser sind, aber wagen es dann doch. die abkühlung geniessend treiben wir so dahin, bis irgendwann die haut an meinem arm brennt. hat mich was gebissen? ein zweites brennen am bein und ich werde stutzig. dezent irritiert verlassen wir das wasser und sehen im sand kleine gebilde, wie durchsichtige wassertropfen. ich schätze mal es sind quallen. der schmerz ist nicht wirklich schlimm, da es nur kurz brennt und dann verfliegt. aber so richtig wohl ist einem nicht dabei. wir starten noch einen zweiten wasserversuch. der höhepunkt ist erreicht, als stefan sich erschreckt, sich über mich hinweg auf die andere seite ins wasser wirft, um sich zu schützen ; ) danke fürs gespräch.

da fällt mir doch eine geschichte von einem kalabrien-urlaub mit meiner freundin barbara ein. damals, lustig im meer badend, sind wir plötzlich von quallen umzingelt. alles voll. massen. der weg zum strand ist blockiert. kreischend, kieksend und panisch schlagen wir uns zur küste durch, um uns auf die glitschigen steine zu retten. mühevoll kämpfe ich mich hoch, es ist glatt. algen und muscheln haben die steine bereits erobert und es tut richtig weh an den füßen. ich stehe also schon oben, als barbara sich aus dem wasser kämpft und den gleichen stein belagern will. da ist einer zuviel. einer muss gehen. ich versuche platz zu machen, verliere das gleichgewicht und falle zurück ins wasser. zu den quallen. vielen quallen. ich bin mir nicht sicher, ob sie mich nicht auch noch geschubst hat : ))) so ähnlich war die situation mit stefan. da am strand palmen respektive schatten fehlt, bleiben wir nicht sonderlich lange. zu gefährlich, da unsere indien-bräune schon wieder verflogen ist. abends flanieren wir noch ein bisschen auf der bunten touri-meile und stöbern durch die zahlreichen shops.

der frühe stefan…

stefan mutiert lustigerweise zum frühaufsteher und findet gefallen daran, in den frühen, noch kühleren morgenstunden, draußen zu malen. seine blöcke füllen sich mit vielen, schönen zeichnungen. ich schlafe meist bis neun oder zehn uhr, dann machen wir frühstück, lümmeln rum, machen ein mittagsschläfchen und nachmittags folgt eine kleine rollerausfahrt nebst planschen im meer. die murmeltier-nummer. die besten drei plätze während der heißen sonnenstunden sind auf dem roller (der fahrtwind ist tatsächlich kühl), im wasser (ohne quallen) oder in reichweite der klimaanlage oder eines ventilators.

der plan war ursprünglich, dass wir mal wieder selbst kochen wollen. im supermarkt wird allerdings schnell klar, dass selber kochen auf keinen fall günstiger ist, als essen gehen. anders als in indien und nepal, kostet das gemüse hier sehr viel mehr. es kommt deshalb so ziemlich aufs gleiche raus oder ist gar teurer. weil wir so lust drauf haben kaufen wir dennoch für zwei abende ein, und machen uns lecker spaghetti.

einen sonnenuntergang wollen wir am strand genießen. mit zwei eiskalten dosen bier im gepäck lassen wir uns im sand nieder, beobachten die menschen und das sich ständig verändernde farbenspiel am himmel und philosophieren über das leben, die menschen, das reisen und was uns sonst so beschäftigt. auf dem meer sammeln sich die fischerboote und treiben mit ihren hellen lichtern die fische zusammen. am himmel leuchtet kurze zeit später der vollmond. schöner kann ein tag fast nicht enden.

das beste kommt zum schluss

so vergehen die tage und das beste ist, dass man irgendwann nicht mehr weiß, welcher wochentag ist. eigentlich auch egal… an unserem vorletzten tag gibt uns marc den tipp, für den, nach seinem empfinden, schönsten strand auf der insel. verführt von der wunderbaren beschreibung schwingen wir uns auf den roller und fahren ca. 30 kilometer quer über die insel zum tanjung rhu strand. auf dieser seite der insel ist es fast schöner. es gibt viel mehr grün, alles scheint noch ein bisschen ursprünglicher. unterwegs sehen wir schon ein paar tolle strandabschnitte, die aber meist zu schnieken hotels gehören. die größere hälfte des von marc beschriebenen strandes gehört auch zu einem ressort. ein „kleiner“ abschnitt ist für die öffentlichkeit. und was soll ich sagen: ein träumchen. bilderbuch. so wünscht man sich das! klares wasser. erfrischend. kleine, muntere fischlein. angenehmer sand. nicht viel los. der blick fällt auf ein paar kleine inseln die sich im wasser tummeln. wie ich. ich verbringe die komplette zeit im meer. hier könnte ich wohnen. im wasser. für immer. der abschied fällt unsäglich schwer.

durian perangin heißt der wasserfall, dem wir auf dem rückweg einen besuch abstatten. das rinnsal ist nicht gewaltig, es fließt im moment nur wenig wasser. aber das drumherum ist durchdacht und ansprechend angelegt. den weg nach oben säumen neben tollen pflanzen teilweise kleine hütten. jede ist mit einer eigenen grillstelle ausgestattet. die eltern sitzen gemütlich in der hütte, die kinder baden in den kleinen becken des wasserfalls. schmetterlinge in kleinen pfützen direkt daneben. man spaziert über kleine brücken und stege, oder über steine direkt durchs wasser. bäume und pflanzen spenden angenehmen schatten. noch so ein toller ort.

ich sags mal so: ist man eh in malaysia unterwegs, kann man einen abstecher auf langkawi machen. zumal wenn man etwas feiern oder party machen will. der alkohol ist günstig. duty free, sprich man bezahlt keinen zoll und keine steuer. für einen strandurlaub würde ich allerdings niemals nach langkawi gehen. da gibt es definitiv schönere orte. wir hatten genau das, was wir wollten. zwischendurch eine woche abschalten mit gelegentlichem meerbesuch. und in das kleine, zauberhafte cottage würde ich jederzeit wieder einziehen.
 
 

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kommentare

  1. Hei ihr Zwei.Es macht riesengrossen Spass,euch zu begleiten. Danke dafür. Weiterhin wünsche ich euch viel Neugier .L.Gr. us Bibere

    1. hallo liebe inge,
      vielen lieben dank!! wir hoffen auch, dass wir die neugier nicht verlieren und irgendwann gar abstumpfen. aber ich glaube nicht, dafür ist das alles viel zu spannend und faszinierend.
      schön, dich dabei zu haben! : )
      liebe grüße nach bibere und weiterhin viel spaß!

    1. hey nänz! oh ja! würde dir gefallen, die grosse, hübsche „badewanne“ ; )
      liebe grüsse in die heimat <3

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