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indonesien ׀ gili meno ׀ darfs ein bisschen meer sein?

27. Juni 2018

was würdest du auf eine einsame insel mitnehmen? diese frage hat fast jeder schon einmal gelesen: gili meno ist fast ein bisschen so. wie eine einsame insel. nicht ganz. es gibt schon ein paar bewohner und noch mehr hähne, hühner, katzen, schildkröten und kleine frösche. aber die insel ist echt winzig. mit einem spaziergang kann man das eiland in zwei stunden umrunden. als ich vorschlage, uns für zwei wochen da einzuquartieren, wird stefan kurz ein bisschen panisch. im geiste sehe ich das wort „langeweile“ über seinem kopf wabern. am ende einigen wir uns dann auf neun tage – und hätten auch noch verlängert. also, was würde ich mitnehmen? stefan natürlich ; )

inselhüpfen

punkt acht uhr morgens sitzen wir auf nusa penida am hafen und warten auf unser boot. die fahrt auf gili meno wird wohl ein bisschen umständlich, wie man uns sagte. die wasser-katze vom restaurant schaut noch mal vorbei, gräbt sich vor uns ein loch in den sand, schaut uns hämisch an, verrichtet vor unseren augen ihr geschäft und zieht hoch erhobenen hauptes von dannen. klares statement würde ich sagen ; ). und die zwei berliner mädels vom hotel stoßen zu uns. sie wechseln heute auch die insel. im gespräch stellt sich heraus, dass sie beim tauchausflug nicht so viel glück hatten wie wir. leider konnten sie keine mantas sehen. die wellen schlugen zu hoch. die enttäuschung steht ihnen ins gesicht geschrieben. aber vielleicht ergibt sich auf der anderen insel noch mal eine gelegenheit.

ausgesetzt

man gibt uns zeichen, bitte einzusteigen. da das boot eher klein und unbequem ist, gehen wir davon aus, dass es sich nur um einen kurzen transfer handelt. stefan macht noch witze, als wir auf einen ponton mitten im meer zusteuern. ob man uns da jetzt aussetzt? und: so ist es! eine halbe bis dreiviertel stunde werden wir hier zwischengeparkt. flucht, zumindest mit gepäck, unmöglich. toilette – fehlanzeige. wer mal muss, kann mit dem boot auf die andere insel übersetzen und muss dann wieder mit zurück fahren. während wir warten, kommen wir mit einer netten belgierin ins gespräch, die auch schon ein weilchen alleine auf reisen ist. sie hatte noch kein frühstück und wir teilen unsere bananen mit ihr, die uns hasnaa als wegzehrung mitgegeben hat.

bevor wir auf das große schnellboot wechseln, bekommen wir und die gepäckstücke noch kleine aufkleber, wo die reise hingeht. es sind also einige zwischenstopps geplant. ohne weiter zu überlegen gehen wir direkt aufs oberdeck und lassen uns für die nächsten paar stunden nieder. man hätte darauf kommen können, dass das am ende ein bisschen zuviel sonne wird. als wir nachmittags ankommen, sehen wir aus wie leuchtbojen.

partyboot

die bootsbesatzung bringt die besucher, die auf gili t wollen (die partyinsel), schon mal in die richtige stimmung. laute musik schallt aus den boxen, dröhnt über das deck und verliert sich im wind in der weite des ozeans. die crew serviert das dazu passende frühstück: kühles bintang-bier findet zahlreiche abnehmer. morgens halb zehn in indonesien. dazu gibt es chips in dosen käuflich zu erwerben. auf nachfrage kriegt man auch eine cola. wasser, gibt es allerdings nicht. ohne scheiß! zwei songs begleiten uns übrigens schon während unserer ganzen reise. ’shape of you‘ von ed sheeran und allen anderen, die den song gecovert haben und der zweite song, den wir immer wieder hören ist, natürlich, despacito.

ist das nicht…?

als erstes verlassen die partypeople das boot. der kleine rest, inklusive uns, wird dann auf gili meno, gili air und bangsal verteilt. da das wasser für das große boot zu flach ist, müssen wir mal wieder auf einen kleinen ponton ausweichen. und wie wir da so stehen und warten, bis wir übersetzen, flüstert mir stefan zu: „kuck mal, ist das nicht dieser luke? dieser comedian?“ im ersten moment sind wir uns nicht sicher, aber er ist es tatsächlich. leider komme ich nicht umhin, ihn zu beobachten was ihm, glaube ich, etwas auf den keks geht *tihi. er kann ja nicht fliehen. vielleicht ist er deshalb am ende zu uns nicht so freundlich, wie zu den flapsigen berlinern, auf die er am hafen trifft. „ey alter, ich hab dich am kaugummi-kauen erkannt!“ das sind halt leute aus seiner hood. ein foto machen wir aber trotzdem. und er lächelt. ob ehrlich oder aufgesetzt, ist uns am ende egal.

inselglück

da sind wir nun also auf der klitzekleinen insel, auf der motorisierte fahrzeuge und hunde verboten sind. alternativ gibt es kleine, bunte kutschen mit niedlichen pferdchen, die einem das gefühl geben, man wäre in ein anderes jahrhundert gereist. immer wieder hört man von weitem das klingeln der kleinen glöckchen, bevor die kutschen auf den staubigen wegen vorbeiziehen. schade ist nur, dass die fahrt so teuer ist. egal, wie lange man unterwegs ist, wird eine gebühr von 100.000 indonesischen rupiah fällig. nicht gerade wenig. irgendwo lese ich, dass der unterhalt für die pferde sehr teuer ist. und da die inselbewohner alles importieren müssen… aber da wir low budget reisen und die wege nicht sonderlich weit sind, machen wir das meiste zu fuss.

wohlfühlen

so auch den weg vom hafen zu unserer airbnb-unterkunft. völlig verschwitzt biegen wir nach knapp einem kilometer in den hof von madia meno und stehen vor einem mann mit hut, zahlreichen tattoos und einem halben schnurbart. madé, unser gastgeber. claudia, der weibliche part, weilt noch in australien auf familienbesuch. madé wirkt im ersten moment etwas kritisch, aber wie sich in den nächsten tagen herausstellt, hätten wir es nicht besser erwischen können. unser aufenthalt ist perfekt! die vier bungalows, die die beiden vermieten, sind versetzt zueinander platziert, haben jeweils einen kleinen garten vor der terrasse und bieten deshalb genügend privatsphäre. vorne beim eingang befindet sich der gemeinschaftsbereich. es gibt drei katzen (und gefühlt noch zweitausend andere auf der insel) und einen kleinen hahn, mister burik, an den ich ziemlich schnell mein herz verliere.

hähne-kanon

bezüglich der weiteren hähne auf gili meno hat uns claudia schon schriftlich vorgewarnt. früher dachte ich immer, hähne krähen tatsächlich nur früh morgens, um den tag zu begrüßen bzw. anzukündigen. klingt komisch, ist aber nicht so. die hähne hier krähen den ganzen tag. wenns heftig kommt, fängt einer an, und gefühlt antworten alle anderen hähne der insel im kanon. und das sind einige. das gekrähe zieht sich wie ein echo über die insel und dauert einen moment, bis alle dran waren. gerne morgens um sechs. das gehört hier zum insel-leben dazu. am zweiten tag öffnen wir deshalb nur kurz ein auge um die lage zu peilen, registrieren den morgengruß sowie den sonnenaufgang, schließen das auge wieder und schlafen noch ein ründchen.

spaziergang auf die andere seite

die insel ist genauso so ruhig, wie ich mir das erhofft hatte. am ersten abend schlendern wir richtung westen. wie schon auf nusa penida sind auch hier die meisten strände übersät mit korallen, muscheln und anderen fundstücken aus dem meer. die untergehende sonne taucht alles in ein unfassbar warmes licht. wir setzen uns mitten hinein, lauschen den sanften wellen und lassen uns von der stimmung einlullen. es ist traurig, wie viele korallen an den strand gespült werden. und dennoch beeindrucken sie uns mit ihren formen und strukturen. und während wir da so sitzen, verabschiedet uns ein romantischer sonnenuntergang in die nacht.

zurück in der realität merke ich, dass ich einen nassen popo habe. ist ja auch treibgut aus dem meer. außerdem haben wir es verplant, dass es bereits um sechs uhr stockdunkel ist. wir haben weder taschenlampe noch handy dabei, sprich sind ohne licht unterwegs. straßenlaternen sind hier rar und um das ganze zu toppen, haben wir auch noch den insel-plan vergessen. die insel ist zwar klein und die richtung grob klar, dennoch verirren wir uns ein bisschen. auf nachfrage finden wir aber den richtigen weg und landen glücklich und zufrieden in unserem bett. ich liebe das inselleben!

und das meer so: ich bin dann mal weg!

am nächsten tag sind wir etwas zu spät dran. als wir kommen, ist das meer schon weg und hat eine große fläche mit steinen, toten korallen und seegras in seichtem wasser freigelegt. ganz vorsichtig, um nichts lebendes kaputt zu treten, und die schwarzen seeigel weit umkreisend, laufen wir ein stückchen richtung ozean. kleine und größere krebse, fischlein und seesterne tummeln sich im glasklaren wasser. weiter draußen drehen ein paar einheimische mädels jeden stein um, um ihn auf muscheln zu untersuchen. ohne schuhe kann man das wasser hier nicht betreten, zu groß ist die gefahr, sich an den steinen oder seeigeln zu verletzen. natur pur.

aufräumen mit alten vorurteilen

auf diversen plattformen habe ich vor unserem besuch gelesen, dass es auf gili meno ganz schrecklich sei. urlauber haben ihre reise vorzeitig abgebrochen, um der grauenhaften, zugemüllten insel schnellstmöglich zu entfliehen. ich weiß nicht, wie es noch vor ein paar monaten war, aber mittlerweile hat sich wohl einiges getan. bei unseren spaziergängen über die insel entdecken wir zwar hier und da noch etwas müll am straßenrand oder auf den grundstücken und einen größeren berg im landesinnern. aber wir sehen auch die vielen abfallkörbe, die am wegesrand angebracht wurden. das meiste basiert auf initiative eines einheimischen. jeden sonntag ist ’sunday cleaning‘. eine große müll-sammelaktion der trash heros gili meno, an der viele einheimische (vor allem auch kinder), aber auch touristen teilnehmen. viele hotels schicken auch angestellte vorbei.

in deutschland wächst jedes kind mit dem thema mülltrennung auf. in asien ist das ein fremdwort. deshalb müssen die einheimischen (meist in jahrelanger arbeit) für das thema sensibilisiert werden. was ist organisch und kann auf den kompost, was muss anders gesammelt und entsorgt werden? keine leichte aufgabe.

grosses engagement

claudia, die an unserem letzten tag in den madia meno bungalows aus australien zurück kommt, erzählt uns auch, dass mittlerweile jeden montag jemand von lombok vorbei kommt, um den nichtorganischen müll abzuholen. organisiert von offizieller stelle. man muss ihn lediglich zur abgabestelle bringen. zusätzlich gibt es eine aktion, bei der die einheimischen reis bekommen, wenn sie gesammelten müll in plastik-flaschen abgeben. pro kilogramm müll gibt es ein kilo reis, der von den hotels gesponsert wird.

workshops

außerdem werden verschiedene workshops angeboten, in denen ‚müll‘ verarbeitet wird. upcycling! aus alten flaschen werden gläser und windlichter, aus anderen materialien traumfänger und andere souvenirs gebastelt. oder das glas wird geschreddert und aus bzw. mit dem sand werden öko-ziegel hergestellt oder schmuck und andere handarbeiten verziert. strohhalme aus bambus fertigen gibt es auch.

in vielen unterkünften und sogar vor dem supermarkt stehen zudem wasser-auffüllstationen. das auffüllen ist günstiger als eine neue plastik-wasserflasche zu kaufen. bestimmt befindet sich alles noch in den anfängen, aber es gibt doch einige menschen vor ort, die sich dem thema annehmen, und alles daran setzen, sowohl einheimische als auch touristen aufzuklären.

umdenken und mit verständnis darauf einlassen

vielleicht ist es manchmal einfach die falsche erwartung, die man hat. da werden kleine inseln neu für den tourismus entdeckt und die besucher erwarten dann zustände, wie im fünf-sterne-ressort und traumstrände wie auf den malediven. dass die einheimischen teilweise erst in die rolle der gastgeber hinein wachsen müssen, um den hohen ansprüchen der ausländischen gäste gerecht zu werden, sollte man dabei nicht vergessen. oder müssen die touristen erst in die rolle der besucher hineinwachsen? manche gegebenheiten nehmen wie sie sind? auch wenn nicht alles ordentlich aufgeräumt ist? am strand seegras und treibgut liegt? wer sollte sich wem anpassen? asiaten leben nun mal ein anderes leben wie zum beispiel wir deutschen. dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man in asiatische länder reist, unter den einheimischen weilen möchte, und sich nicht im luxus-hotel verbarrikadieren will. die sache mit dem müll und speziell dem plastik, keine frage, da muss auf jeden fall aufklärungsarbeit geleistet werden. am ende nicht nur für die touristen, sondern für die einwohner selbst.

langeweile ist nicht

unsere weiteren tage auf gili meno bestehen aus ausschlafen, frühstücken und dabei oder hinterher ein entspanntes schwätzchen mit madé, unserem gastgeber, halten. der anfangs kritisch wirkende indonesier stellt sich als herzensguter, tierlieber mensch mit einem ordentlichen trockenen humor nebst strahlend weißem grinsen heraus, mit dem wir morgens und abends gerne mal ein stündchen über das land, die menschen und die tiere reden. er erzählt uns von seinem früheren leben auf lombok, von seiner familie und seinen vielen tierischen freunden, die ihn schon immer begleitet haben.

diese tierchen

wie schon erwähnt gibt es auch hier in der anlage ein paar tiere: mr. lonely, tom und yam, die drei katzen, sowie den fabelhaften mr. burik, den jungen, zauberhaften hahn. jedes mal, wenn er an mir vorbei stolziert, schleime ich mich ordentlich bei ihm ein. ; ) schenke ihm aufmerksamkeit, warme worte und flirte auf teufel komm raus. wenn madé dabei sitzt, darf ich ihm sogar den kamm streicheln. von den katzen wird das misstrauisch beäugt. tom saß schon zwei mal vor unserer gläsernen eingangstür, dramatisch miauend, als gehe es um leben und tod. aber, es gab keinen einlass. das missfallen unserer ignoranz wird derart demonstriert, dass wir abends öfter mal ein kleines häufchen auf unserer terrasse finden. touché! der fabelhafte mr. burik allerdings merkt, dass ich es gut mit ihm meine und wird immer zutraulicher. am letzten tag besucht er mich vor dem bungalow und lässt sich vertraut auf unserer fussmatte nieder. mein herz schmilzt dahin. als krönender abschluss darf ich ihm später sogar, ohne dass madé in der nähe ist, den kamm und den nacken kraulen.

putzige stars

die offiziellen stars auf und vor der insel sind aber eigentlich die schildkröten, die man entweder beim schnorcheln treffen kann oder man besucht die kleine schildkröten-aufzuchtstation am hafen. dort paddeln die niedlichen bewohner munter quer durch die kleinen wasserbecken, beißen sich spielerisch gegenseitig in die hinterflossen und knabbern an ihrem frischen fisch. der großteil der süßen bewohner ist mittlerweile sechs monate alt und bereit, die große reise in den ozean anzutreten. die aufzuchtstation nutzt dabei die hilfe der touristen, um die vielzahl der niedlichen panzertiere zum strand zu bekommen. für eine spende von 150 000 rupiah bekommt man quasi eine blitzpatenschaft. so finanziert sich die kleine station. die ganz kleinen sind gerade mal zwei wochen alt und auch schon eifrig am rudern. sie sind noch etwas klein und tollpatschig. teilweise dreht es sie schon auch mal auf den rücken, wenn das gefundene fischstück ein bisschen zu schwer ist für den kleinen körper. ein paar meter weiter im sandkasten schlummern weitere rund fünfhundert eier erzählt uns der mitarbeiter. deshalb wird es langsam zeit, dass es platz gibt in den becken.

versuch nummer eins

am einem frühen nachmittag schnappen wir uns die fahrräder, leihen uns bei einer freundin von madé schnorchel-equipment und radeln zum turtle-point an den strand. nicht alle strandabschnitte sind frei zugänglich, einige werden von den besseren hotels beansprucht und man darf sich nur außerhalb der begrenzungen niederlassen. wir suchen uns eine gute stelle, an der wir ohne schuhe ins meer laufen können, ziehen unsere flossen und taucherbrillen über und schwimmen den kopf unter wasser hinaus. hier und da begegnen uns ein paar fische. auf den bildern im slider mit meer kann man die übergänge vom seichten wasser (hellblau) zum tieferen wasser (dunkelblau) deutlich sehen. zu dem punkt wo sich angeblich die meisten schildkröten aufhalten, ist es ein ganzes stückchen.

ungeahnte tiefen

völlig abrupt erreichen wir die kante, wo das meer plötzlich mehrere meter tief abfällt. als hätte man einen schnitt gemacht. es wird dunkler und durch die tiefe fast schon ein bisschen unheimlich. aber die anzahl der fische erhöht sich deutlich. gerade als ich eine schildkröte erblicke, tippt mich stefan aufgeregt und unablässig an. neeeeiiiiinnnnn! ich tauche auf und bevor ich etwas erzählen kann, kriege ich eine moralpredigt, dass ich nicht so weit rausschwimmen darf, wir hier ganz alleine sind, kein boot in der nähe haben und auch noch zurückschwimmen müssen, was die ebbe nicht gerade einfacher macht, da der sog ins offene meer geht. „aber ich habe doch grade eine schildkröte gesehen“, stammle ich und mein kopf geht zurück unter wasser. natürlich ist sie weg. meine stimmung schwankt zwischen verständnis für stefans argumente und kindlichem trotz. so ein mist. auf dem rückweg merke ich, dass es tatsächlich ganz schön anstrengend ist, gegen den sog anzuschwimmen. ja okay, er hatte recht. aber trotzdem. drei sekunden schildkröte waren definitiv zu wenig. zurück im seichten gewässer planschen wir noch etwas im angenehm temperierten nass und machen uns dann auf den rückweg.

inselleben

die meisten inselbewohner grüßen freundlich, wenn man sich begegnet. oft sind sie geschäftig am fegen oder wäsche aufhängen oder sie sitzen gemeinsam in ihren berugaks, den überdachten sitzgelegenheiten auf stelzen, und essen oder unterhalten sich. am hafen wird man öfter auf eine schnorcheltour oder ähnliches angesprochen. vielleicht in ein paar tagen, wir haben ja etwas zeit. als wir eines nachmittags zu unserer unterkunft zurück kommen, stellt uns madé seinen freund jaka vor. sie wollen am abend ein bisschen musik machen, und laden uns dazu ein. als ich nachmittags höre, dass die beiden sich warm spielen, geselle ich mich dazu. ein privatkonzert, nur für mich. jaka hat ein gerät, mit dem er einzelne musikpassagen aufnimmt und immer weiter ergänzt. egal ob geigenspiel, trommel, gitarre oder beatboxen, am ende klingt es immer gut. so auch am abend beim konzert. viel ist improvisiert, freestyle, vor allem die songtexte, aber irgendwie treffen sich die beiden immer wieder und es macht großen spaß, ihnen zuzuschauen und zuzuhören. zumal madé auch immer wieder unsere namen in seine songs mit einbaut.

man muss nicht alle mögen

mit den anderen bungalow-bewohnern kommen wir beim frühstücken oder im vorbeilaufen immer mal wieder ins gespräch. sue, alleinreisende professorin aus london, treffen wir meist beim frühstück. eher ruhig und zurückhaltend erzählt sie uns, dass sie gerade einen roman über geister schreibt. sehr spannend. mittags setzt sie sich in ein cafe am meer, betreibt meist erst etwas recherche, bevor sie wieder in ihre geschichte eintaucht. es läuft ganz gut, erzählt sie uns. die umgebung und das rauschen des meeres inspirieren sie. lachend verrät sie uns, dass sie sich das meeresrauschen für zuhause aufgenommen hat.

neben uns im bungalow wohnt ein pärchen, das wir nicht gerade sympathisch finden. entweder telefoniert er laut und ständig das f… wort benutzend oder es läuft ziemlich laute musik, die man ungewollt mitanhören muss. irgendwann merken sie, dass wir es gerne ruhiger mögen, um zu schreiben oder zu malen und reduzieren die lautstärke etwas. wir kommen auch ins gespräch, aber ich sags mal so: die zwei leben definitiv in einer anderen welt. aber: leben und leben lassen.

schnorchelausflug, die zweite

dieses mal gehen wir an einer anderen stelle ins meer, wo der weg von vornherein nicht so weit scheint. entspannt paddeln wir zur kante und schwimmen diese dann quer entlang. und es ist, als hätten die fische auf uns gewartet. definitiv mehr als beim letzten mal und auch grössere exemplare. wir schauen uns in ruhe um, kriegen hinter unseren gläsern große augen, als eine gruppe barrakudas an unseren nasen vorbei schwimmt und sehen plötzlich im dunkel die umrisse einer schildkröte. yay! ich drehe mich um, suche stefan und sehe, er hat sie auch im blick. ich widerstehe der versuchung, hinter ihr her zu schwimmen, als sie sich langsam wieder von uns entfernt. hach! es ist sooo cool, solche tiere in freier wildbahn zu sehen. man kann es kaum glauben. jetzt ist wieder alles gut. die welt in ordnung!

gili menno

mein auge denkt da leider anders. die letzten tage habe ich schon immer mal ein jucken und kratzen und eine leichte rötung bemerkt. da es sich verschlechtert, müssen wir mal wieder einen arzt aufsuchen. tatsächlich gibt es auf der insel eine miniklinik. draußen vor der tür ist es zwar ziemlich sandig, aber der eindruck drinnen ist ganz okay. diagnose: augeninfektion. fünf mal täglich warme kompressen und zwei mal täglich creme ins auge werden mir verordnet. aufs schnorcheln soll ich besser verzichten. menno!

umzug

zu allem übel können wir leider unseren aufenthalt in madia meno nicht verlängern und müssen innerhalb der insel umziehen. der abschied fällt total schwer. der neue bungalow ist auch schön, das personal sehr nett, aber es ist eben anders. lediglich der weg zum strand ist nicht mehr ganz soweit. dafür der zu unseren lieblingsrestaurants.

nichts tun

die letzten tage verbringen wir entspannt an den stränden. unternehmen spaziergänge, baden ein bisschen ohne unterzutauchen und schauen verträumt aufs meer. und auch madé, claudia, den tieren und neuen gästen statten wir am letzten abend noch mal einen besuch ab. am ende sitzen wieder alle beieinander und tauschen sich aus. so, wie man das irgendwie auf einer kleinen insel in einer kleinen gemeinschaft erwartet.

wir waren begeistert von gili meno und ich würde jederzeit wiederkommen. die strände sind vielleicht nicht paradiesisch und das korallensterben ist definitiv das traurigste, was wir hier mitbekommen haben, aber hoffentlich werden auch da mittel und möglichkeiten gefunden, alles besser zu überwachen. ansonsten scheint es, als wäre die bewohner auf dem richtigen weg, ihr kleines eiland zu beschützen und zu behüten.
 
 

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kommentare

  1. Liebe Christine, lieber Stefan,

    mein Gott ……… – wie schön!!! Bilder zum Dahinschmelzen und Gänsehaut bekommen. Danke!!!
    Und dass dann noch der fabelhafte Mr. Burik sich an eurem letzten Tag auf eurer Fußmatte niederlässt…
    fantastisch. Christine, ich glaube, du hast einen Freund dazubekommen. GUTES Karma!
    Nur das mit den Katzen musst du jetzt noch hinbekommen, glaub mir, auch sie können Freunde fürs Leben oder 2 werden. Aber es geht ja noch weiter – eure große Reise, und vielleicht kommt sie ja noch diese Gelegenheit .
    Seid beide herzlichst umarmt und bitte grüßt ab und an die große weite Welt von einer weiteren sehnsuchtsvollen Bewunderin.
    Ganz viel Glück und liebe Grüße
    Ulrike

    1. hey liebe ulrike,
      schön von dir zu lesen!! ich bin zwar definitiv ein hundemensch, aber hätte ich diese katzenallergie nicht, wäre ich sicherlich auch schon der ein oder anderen verfallen, glaube mir.
      die welt grüssen wir gerne von dir und ich glaube wir können euch auch aus dem nächsten land unfassbar schöne landschaften zeigen…
      unfassbar diese reise! und dennoch freu ich mich/wir uns heute schon drauf, euch alle wiederzusehen!
      also vielen lieben dank, geniesst den sommer in der schönen heimat und sei allerherzlichst gegrüsst und umarmt von uns beiden!

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