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indien ׀ udaipur – romantische stadt mit seeblick

12. Dezember 2017

ja, das mit der romantik… schwierig… aber von vorne. da sich die suche nach einem bus von jodhpur nach udaipur etwas komplizierter gestaltete und wir keinen privatbus nehmen wollten, haben wir unsere tickets übers internet selbst gebucht. da stand express-bus, ein super preis, also auf buchen gedrückt. als wir am busbahnhof ankommen stellen wir fest, dass es sich dann wohl doch um einen local bus handelt. die fahrtzeit kam uns auch etwas lange vor, doch da müssen wir jetzt durch. einmal sollte man das in indien gemacht haben, oder? noch ca. 15 selfies mit victory-zeichen mit einem jungen freundlichen inder und wir steigen mit unseren mitfahrern in den bus. hm, es gibt keine gepäckklappen!? im geiste sehe ich uns schon 7 stunden mit unseren fetten rucksäcken auf dem schoss. der busfahrer sieht meinen fragenden, skeptischen blick und macht uns zeichen, dass wir die rucksäcke vorne neben der fahrerkabine platzieren sollen. yay! ein problem gelöst. das nächste folgt in derart, dass unsere plätze belegt sind. die konnte man online reservieren. links gibt es zweier-reihen, rechts dreier-reihen. wir sitzen links. „äh, sorry, das sind unsere plätze. reserviert. es gibt sitznummern.“ ein freundlicher mann übersetzt für uns. nicht gerade begeistert werden die plätze geräumt, und irgendwie setzen sich alle noch mal um. ein bisschen wie die reise nach jerusalem.

berührungsängste ist hier nicht

außer uns sind nur einheimische im bus, die uns mitunter neugierig aber auch kritisch mustern. außerdem gibt es auch noch mindestens vier kleinkinder. okay. das könnte spaßig werden. der katapultstart, weil express-bus, bleibt leider aus. mit höchstens 70 km/h tuckern wir über die teils unbefestigten straßen. der bus scheppert und quietscht und knarzt. mittlerweile wissen wir auch, warum der bus so lange braucht: wir halten ziemlich oft und ständig steigen menschen ein und aus. nur ein kleiner teil bleibt bis zur endstation sitzen. da die sitze ziemlich schmal sind und stefan mit einem teil seines körpers immer im gang hängt, macht er ständig bekanntschaft mit rucksäcken, handtaschen, brüsten und hinterteilen. unterwegs passiert es öfter, dass die menschen sich im gang aufhalten, weil nicht alle einen platz finden. als wir nach gefühlt laaaaanger zeit mal auf die uhr kucken, sind grade mal zwei stunden vergangen. puh, das wird eine zähe fahrt. und was machen die menschen wenn es langweilig ist? genau. sie essen. und was gibt es in indien an den bahnhöfen zu kaufen? keine backwaren oder brötchen oder sowas. nein. alle futtern chips und kekse und schokolade. fortwährend. immer. wir auch.

aus dem fenster blickend ziehen die straßenverkäufer an uns vorbei. es gibt coole stuckrosetten, riesige bunte ganeshas, korbsessel, türen und tore, die obligatorischen obst- und gemüseverkäufer und vieles mehr. teils sind die dörfer die wir durchfahren sauber und aufgeräumt, und dann gibt es wieder welche, wo sich der plastikmüll überall stapelt. aber überall werden kanäle gebuddelt. was mich im bus wahnsinnig überraschte: die kinder machten die ganze lange fahrt keinen mucks. wahrscheinlich weil sie selig auf den schössen ihrer eltern schlummerten. neid…

mittlerweile war es schon dunkel und dann wurde es spannend. ich hatte das fenster einen spalt offen und von draußen drang ein überraschend frischer geruch in den bus. waldduft. wow! richtig gut. beim blick aus dem frontfenster sehen wir, dass wir durch eine art tunnel aus bäumen fahren. sehr geil. wir schlängeln uns in serpentinen den berg hoch. schmale straße versteht sich. aber was soll ich sagen, unser busfahrer ist der beste. er scheint jede kurve und jedes schlagloch persönlich zu kennen. er weiß genau, wann er wie schnell in eine kurve fahren kann und wo er mit lichthupe zeichen setzen sollte. ja, erstaunlicherweise können inder auch lichthupe. ganz ohne ton. krasse nummer. ich fühle mich auf jeden fall sicher. das hatte ich im tuk tuk schon anders. und auf der toilette am busbahnhof. das war übrigens die erste richtig schreckliche toilette, die mir bisher begegnet ist. aber was machste, wenn du sieben stunden (zwar ohne trinken) im bus sitzt? irgendwann musste. also augen und nase zu und durch.

nächster halt udaipur

in udaipur angekommen fallen gleich wieder die fahrer über uns her und wir, mittlerweile alte hasen, verhandeln erst mal einen angemessenen preis. wir sind müde und wollen schnell ins guesthouse. als wir alles verladen haben, springt das teil nicht an. also wieder aussteigen und rein ins nächste.

das guest house hat wieder eine traumhaft schöne dachterrasse. ich bin begeistert. man hat einen fantastischen blick auf den see und den stadtpalast. netterweise bereitet man uns sogar noch etwas zu essen zu, und kurz später fallen wir müde in unser bett mit ner krass staubigen wolldecke. unsere dünnen schlafsäcke kommen mal wieder zum einsatz. das zimmer ist süß bemalt, hat aber leider seine beste zeit schon seit ungefähr 10 jahren hinter sich. low budget reisen. welcome to india.

schon in der nacht geht es stefan nicht besonders. ich schlummere selig bis mich am morgen die sonne weckt und sehe dann, dass es ihm wirklich nicht gut geht. montezumas rache. oh oh. er schlottert richtig und das andere kennt wohl jeder. ich besorge ihm erst mal trockenen toast und schwarztee und ich selbst nehme das frühstück auf der dachterrasse ein. zurück im zimmer ist bei stefan alles schon wieder raus. upsi. und: bei mir geht es mittlerweile auch schon los. gott sei dank nicht ganz so schlimm. ohne brechen und ohne schüttelfrost. wir schmeißen uns erst mal was aus der gut sortierten reiseapotheke ein und ich versuche es mit einer dusche.

erkundungsspaziergang im kleinen radius vom guest house

später traue ich mich kurz raus auf die straße. ein paar bananen kaufen und cola. hier und da ein schwätzchen. wie immer wird man gefragt, woher man kommt? ob ich lederwaren kaufen möchte? was mir in indien am besten gefällt? mit einem jungen mann vor einer kleinen gallerie rede ich etwas länger und er fragt nach meinem tagesprogramm. ich erzähle ihm, dass mein freund krank im guest house liegt und er empfiehlt mir gleich ein homoöpathisches mittelchen. hm? erst mal googeln. außerdem frage ich ihn, ob er weiß, wo ich meine sonnenbrille reparieren lassen kann, weil ich eine schraube verloren habe. er nimmt sie mir aus der hand und meint, ich solle abends in seinem laden vorbei kommen. er ist designer und hat ca. 400 m vom guest house seinen shop. er kümmert sich drum. und weg ist er.

zurück im zimmer essen wir eine runde medis und bananen, trinken cola und reden uns ein, dass morgen alles besser ist. ich blogge noch ein bisschen und lege mich dann auch noch mal für ein schläfchen aufs ohr. mir ist flau… die romantik muss deshalb wohl leider bis morgen warten.

am abend machen wir noch einen kleinen spaziergang zu king, meinem brillenretter, in den laden. tatsächlich ist die schraube drin und er möchte nichts dafür haben. voll cool! total nett! er hat sich bei der gelegenheit gleich noch ne neue brille gekauft ; ) wir kucken uns ein bisschen um, er hat echt tolle stoffe, reden kurz und machen uns dann schnell wieder auf den heimweg. noch ein paar butterkekse und zwei snickers gekauft und ab ins guest house. ich hab hunger und werde was essen. stefan verzichtet lieber. und dann geht’s ab ins bett. morgen sieht die welt und wir hoffentlich wieder rosiger aus.

zu den bildern: die schönen gemalten elefanten an den wänden der häuser bedeuten, dass hier vor kurzem eine hochzeit stattgefunden hat.

 

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kommentare

  1. Hi Ihr Zwei,

    ich denke so oft an Euch und hoffe wirklich, dass es Euch besser geht. Das Leben ist spannend und Ihr zwei seid so mutig. Heute Linzertorte gebacken und an Weihnachten esse ich nicht nur Fondue für Euch mit sondern auch noch ein Stückchen Kuchen. Die Bilder sind genial. Die grünen Vögel, die Ananas und dann Indien bei Nacht. Wunderschön.
    Ich drück Euch zwei ganz fest und passt auf Euch auf
    Babsi

    1. hallo babsi, schön von dir zu lesen! wie sagte eine frau am flughafen gestern: ihr habt bestimmt „jelly belly“. so ist das. immer mal wieder zwischendurch, macht uns der darm ein bisschen probleme. aber das gehört wohl dazu. das essen, die wärme, etc. mhm! linzertorte… wir drücken dich ganz fest zurück und wünschen dir eine wunderschöne, entspannte vorweihnachtszeit! allerliebste grüsse von uns beiden

  2. Hey Christine. Es ist so cool euch beide auf eurer Reise begleiten zu dürfen.Die Bilder sind fantastisch.Wünsche euch gute Besserung Katja

    1. liebe katja. das freut uns sehr! vielen lieben dank. auch für die genesungswünsche. heute gehts uns schon sehr viel besser. zum frühstück gab es allerdings bananenbrei ☺️. liebe grüsse!!

    2. liebe Christine
      bin nun von Bali zurück und freue mich riesig an Deinen Abenteuern teilzunehmen und so Schön da ich vor 2 jahren in Rajastan rumgefahren bin (doch mit privatchaffeur von unserem Hotel und nicht mit dem vollbesetzten Bus) und die Gegend ist total spannend und wunderbar med allen Forts und Elefanten…. Du schreibst ja unheimlich toll und man sieht dass du Eine unglaublich tüchtige Journalistin bist… so toll und lustig und ich als alte Fluggesellschaft- und Reisebüroangestellte kommt gleich Wieder die grosse Lust Eine Weltreise zu machen.
      Ich werde mir nun in Ruhe Alle Deine Berichte anschauen und mich an Deinen Abenteuern erfreuen
      und passt Schön auf Euch auf..Indien ist zwar ein sehr schönes land mit ehrlichen Leuten aber es gibt ja immer ausnahmen. Aber muss total spannend sein…
      bussi von heidi

    3. hallo liebe heidi. schön von dir zu lesen. ich hoffe, du hattest eine tolle zeit auf bali!
      vielen lieben dank! wir bewegen uns jetzt immer mehr richtung süden und sind gespannt,
      was uns da erwartet. danke für deinen guten wünsche und viel spaß beim „mitreisen“.
      bussi zurück von christine

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