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indien ׀ goa – fishermans friend – nur für fischliebhaber

22. Dezember 2017

der besuch des fischmarktes und des bazars in margao steht auf dem programm. mit dem roller machen wir uns zusammen mit hans auf den weg. gegen neun sind die temperaturen noch angenehm. es geht ca. 12 km durch grüne felder, palmen, kleine örtchen bis wir in der hauptstadt von süd-goa ankommen. die zwei männer balancieren uns sicher durch den stadtverkehr (linksverkehr!). erster stopp ist beim großen händler-fischmarkt. allerdings ist das tor zu und das meiste wohl schon gelaufen. als sich das tor noch mal öffnet, werfen wir einen schnellen blick hinein. zwei frauen schimpfen wild und aggressiv – keine ahnung worum es geht. die anderen frauen beobachten die szenerie und sehen ebenfalls nicht unbedingt freundlich aus. der fischmarkt scheint hart umkämpft. wir schauen ein bisschen, ich fotografiere das allgemeine treiben und höre plötzlich jemanden rufen, dass ich nicht fotografieren soll. und schon steht sie neben mir, die frau von vorhin und schimpft nun wütend auf mich ein. fotografieren verboten, sagt sie. ich frage warum, aber mit ihr lege ich mich besser nicht an. bevor sie mich mit fisch bewirft, suchen wir lieber das weite ; ) raue sitten herrschen hier. und hier haben ganz klar die frauen der fischer das regiment.

faszination markthallen

da fahren wir doch lieber zu den markthallen inklusive fischmarkt für die kleinen einkäufer. eine viel entspanntere atmosphäre und keiner regt sich über uns auf. im gegenteil: hier wird gelächelt und gegrüßt. da der fisch wirklich fangfrisch ist, riecht es auch nicht schrecklich. in einer halle gibt es getrockneten fisch, zum teil liegt auch noch welcher draußen in der sonne, und natürlich frischen fisch. alles was des fischliebhabers herz begehrt. schön präsentiert und freundlich angepriesen. hans erkundigt sich hier und da nach den preisen. für 1 kg riesengarnelen müsste man umgerechnet 15 euro bezahlen. leider sehen wir auch kleine hai und hammerhaie. laut hans gibt es bedauerlicherweise kein verbot für den haifang. der fischfang wird zwar schon etwas mehr kontrolliert, auch die art bzw. größe der maschen der netze, aber das verbot für haie steht noch aus. in der nächsten halle kann man den gekauften fisch gleich waschen und ausnehmen lassen. ist natürlich praktisch, aber vom anblick jetzt nicht so schön.

zwischen den ständen tummeln sich drei kleine, süsse hunde, die ein bisschen was zum knabbern bekommen haben. die hunde-mama hat sich wohl in mich verliebt. immer wenn ich in die hocke gehe um die kleinen zu fotografieren, kommt sie und leckt mich ab. keine chance, die kleinen scharf abzulichten. als wir die halle verlassen, kommt sie mit uns und ist ganz verschmust. für den getrockneten fisch interessiert sie sich nur oberflächlich. ih, eklig, werden manche denken, weil die hündin am fisch schnuppert. aber ich will nicht wissen, was so manche katze in der küche anstellt ; ) in die nächste halle darf sie allerdings nicht mit rein.

besondere stimmung

es gibt wieder unmengen von obst (ananas ohne ende) und gemüse und blumen und weihnachtsschmuck. das sonnenlicht, dass durch die oberlichter und seitenfenster hereinfällt und die vielen heiligenbilder, kleinen altare, figürchen und kreuze an jedem stand geben dem ganzen etwas mystisches. würde man den ton ausknipsen bzw. betrachtet man die fotos im stillen, strahlt das ganze eine grossartige ruhe und frieden aus.

alles essbare sieht mal wieder super lecker aus und der duft des obstes bahnt sich seinen weg durch die hallen. wir lassen uns verführen, kaufen ein paar früchte und sind erstaunt über die preise. bei unserem lieblings-obst- und gemüsehändler „zuhause“ ist es viel billiger.

ortswechsel: im m.m.c. new market geht es eng zu. in den gängen der markthalle sind zwei leute nebeneinander schon einer zuviel. noch geht es mit der luft, aber nachmittags wenn die sonne brennt, möchte ich mich hier nicht aufhalten. angeboten wird alles, was der mensch zum leben und glücklich sein braucht. schuhe, schmuck, gewürze (wie die chiliberge wohl zusammen halten?), weihnachtsgedöns in rauen mengen, spielzeug, plastikbehälter, stofftiere und viele, viele menschen. es glitzert und funkelt und blinkt überall um uns herum. die farben scheinen zu explodieren. ein dichtes und enges gedränge und geschiebe. ich würde aus dem gassengewirr wahrscheinlich nicht mehr so schnell raus finden. mittlerweile ist es schon ganz schön heiß draußen und wir laufen zurück zu unseren gefährten.

nebenbei erwähnt

auf dem weg dahin kommen wir am legendären cafe longuinho’s aus den 50er jahren vorbei. hans erzählt uns, dass es in der stadt ein verbot gibt: alle cafes im umkreis von 500 m an der hauptstraße dürfen keinen alkohol mehr verkaufen. das macht dem cafe wohl ganz schön zu schaffen…

außerdem sehen wir, wie sich mehrere männer um ein kleines auto scharen und verzweifelt versuchen einzusteigen. von unserem privaten guide erfahren wir, dass hier taglöhner eingesammelt werden. der fahrer schreit aus dem fenster, welche arbeiten er zu vergeben hat, und die arbeiter schlagen sich schier, um den job zu bekommen bzw. den platz im auto zu ergattern. krasse sache.

der fahrtwind auf dem rückweg kühlt uns etwas ab. und wieder geht’s zwischen reisfeldern, sattem grün und palmen hindurch richtung varca. unsere mission im reisebüro plätze für den zug zu ergattern, ist leider gescheitert. angeblich ist alles ausgebucht. egal in welchen ort richtung süden. season, meint die freundliche mitarbeiterin achselzuckend und wir sind gespannt, wie wir nächste woche weiterkommen.

zuhause angekommen folgt eine kurze siesta bzw. das festhalten der ersten eindrücke des tages. gegen drei machen wir uns auf richtung meer. am frühen abend sind wir mit hans und elfie sowie gerhard und gertie am strand zum fischessen verabredet. hans zeigt mir von weitem die hütte, in der wir uns treffen wollen. sieht nicht grade aus wie ein restaurant, aber lassen wir uns überraschen.

der tag beginnt und endet mit fisch

die sonne brennt und der wind lässt auf sich warten. es ist mittlerweile fünf und wir sitzen schwitzend in unserem restaurant und bestaunen den noch rohen fisch, den wir gleich serviert bekommen: barrakuda. gerhard und gertie essen einen lachs. zur vorspeise werden von den „einheimischen“ masala papad (so lecker, aber auch ziemlich scharf) und vegetarische pakoda (so was super geniales mit kichererbsen) bestellt. das ist schon der knaller. und dann kommt unser fisch. köstlich! nur gebraten mit öl und viel knoblauch, garniert mit zitrone, tomaten und gurken. deliziös.

passend zum kulinarischen genuss gibt es auch noch einen sonnenuntergang vom feinsten. das ist „leben“. da braucht es sonst nichts. leckeres essen, romantische atmosphäre und gute gesellschaft. lauter genießer. alle sind begeistert. das feeling füreinander stimmt und die tischgespräche ergeben sich von selbst. nach unserem delikaten mahl erzählen die vier von rosy. keine bar, kein restaurant, sondern eine institution, sind sich die vier einig und schnell ist klar, dass wir dort unseren absacker trinken. aber erst spendiert uns der chef des restaurants noch eine ananas. eine schmale, schlanke, weibliche. das heißt, die schmeckt sehr süß, lernen wir. anders als die dicken, runden. das sind die männlichen, und die sind lange nicht so köstlich ; )

der strahl der taschenlampe weist uns den weg über den inzwischen kühlen sand zu unseren zweirädern. hinter uns im dunkel tost die brandung. das meer fordert wieder seinen platz ein. am horizont blitzen ein paar lichter. fischerboote bereit für den neuen fang.

bei rosy angekommen gibt es old monk (rum) gemischt mit cola. obwohl wir gut gegessen haben merke ich, wie der alkohol langsam meinen kopf benebelt. wir reden über gott und die welt. übers reisen, die menschen, die sitten, einstellungen, erlebnisse, ansichten, jobs, freunde und haustiere, bunt gemischt, und haben einen wirklich tollen, unterhaltsamen und schönen abend. danke dafür an alle beteiligten : )

 

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kommentare

  1. Hi ihr Beiden! Ich finde, jeder Tag sollte mit Fisch anfangen und mit Fisch aufhören! Euch weiterhin tolle Eindrücke und ein gutes 2018! Ps. Deine Schreibe macht viel Spass beim lesen! Lg Micha

    1. hey micha! wir wünschen dir auch ein tolles 2018! von wegen fisch: den tag mit fisch beenden – bin ich bei dir. auf den fischmarkt wollte ich jetzt allerdings nicht JEDEN morgen ; ).
      sehr cool, dass du uns „begleitest“ : )
      liebe grüsse!

    1. hey jensen. goa ist auch stefans favorit ; ) und der fisch war superlecker. und danke fürs kompliment fürs schreiben : ) dicken knutscher zurück!

  2. Danke für die tollen Reiseberichte. Ah da packt mich das Fernweh gleich wieder. Aber es sind ja nur noch etwas mehr wie 2 Monate dann geht es wieder los nach Indien und Nepal.

    1. hallo bernadette! schön von dir zu lesen. wir freuen uns auch schon sehr auf nepal. zimmer ist schon reserviert.
      wir wünschen dir auch heute schon viel spass und eine tolle reise!

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