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indien ׀ goa – wir im paradies und hans im glück

20. Dezember 2017

die taxifahrer in mumbai sind nicht sehr gesprächig. erst wenn man wieder aussteigt, freuen sie sich so wirklich. auf der einstündigen fahrt zum flughafen sieht man noch mal die krassen gegensätze der stadt. vorne die baracken der unterschicht und hinten ragen glänzende, polierte hochhäuser in den himmel. auf dem einen steht in grossen lettern ’sunshine‘ geschrieben. bizarr. und auf zäunen bewirbt man die neue metro, die grade gebaut wird.

noch ein anekdötchen zum thema taxi: das beste war unsere fahrt in udaipur zum flughafen. der taxifahrer passierte die schranke zum terminal und meinte dann gasgebend zu uns gewandt, er hätte jetzt genau 8 minuten, um ohne aufpreis das gelände wieder zu verlassen. wir mögen uns doch bitte beeilen und uns schon mal bereit machen. okay, wir mussten nicht grade aus dem fahrenden auto springen, aber fast.

von mumbai nach goa

die fluggesellschaft jet airways macht es sich ziemlich einfach. eigentlich muss man fast alles selbst machen. beim check-in am automaten kriegt man direkt noch die aufkleber für die koffer ausgedruckt und muss diese selbst am gepäck anbringen. dann wird nur noch unter aufsicht gewogen und, mist, unser gepäck ist immer noch zu schwer. obwohl stefan schon gefühlt 10 kg im handgepäck hat. 2 kg zuviel. „das ist doch nur ein kg pro person“, flöte ich mit meinem süssesten lächeln. aber, erstens sass da eine frau und zweitens war es wohl nicht das süsseste lächeln aus meinem repertoire. vielleicht das nächste mal lieber ein paar tränchen ; )

der flughafen in mumbai ist richtig cool. eine großartige architektur und auch sonst allerlei zu sehen: riesige anpflanzungen mit wasserfall-brunnen. tolle kunstobjekte und überall stehen bequeme sitzecken mit sofas und liegesessel. da verkraftet man auch ne halbe stunde verspätung ohne weiteres.

goa im weihnachtsrausch

in goa angekommen stellen wir uns erst mal in die eeeewig lange warteschlange vor dem prepaid-taxistand. eigentlich ja ne gute sache, weil die taxi-preise so von der regierung überwacht werden und kein schindluder getrieben werden kann. aber wenn halt mehrere flugzeuge ankommen und jeder zweite ein taxi will, dann heißt es warten. hinter mir steht eine sympathisch aussehende frau, mit der ich ins gespräch komme. sie kommt seit 20 jahren nach goa, erzählt sie lachend. aber immer wieder woanders hin. wie der ort dieses mal heißt, kann sie mir lustigerweise spontan gar nicht sagen. sie selbst ist aus malaysia. supi, da fliegen wir ja auch noch hin. wir gleichen kurz ein paar orte ab und ich denke, wir haben die richtige vorauswahl getroffen. und wir müssen unbedingt einen abc-cocktail trinken rät sie uns. außerdem meint sie noch, ob wir nicht jelly belly hätten vom indischen essen. oh doch, lache ich, jelly belly. so ungefähr jeden zweiten tag.

es ist mittlerweile schon dunkel und unser taxifahrer weiß nicht so recht, wo die reise hingeht. ist nicht gerade ein hotspot unser ziel. aber das war der plan. varca/fatrade. wir bitten ihn, unsere vermieter anzurufen. die haben sich schon gedacht, dass sie hilfestellung geben müssen. er telefoniert und los geht’s. wir haben mal wieder einen raser-taxifahrer erwischt und im vorbei rauschen sehen wir, dass auch in goa bald weihnachten ist. in einem affenzahn und vor den speed breakern scharf bremsend, fahren wir an blinkenden lichtern, beleuchteten sternen und sogar an einem rentier mit schlitten vorbei. trotz wegbeschreibung verhaken wir uns doch und rufen noch mal an. wir sind kurz vorm ziel erklärt uns hans, der schon wartend vorne an der straße steht. wir sind die ersten gäste in der neu bei airbnb inserierten wohnung, deshalb war die aufregung auch bei ihnen groß, wer und wie wir sind.

ankunft in paradies 1

unsere ferienwohnung ist der knaller. 115 qm. mehr platz als daheim. wir hätten noch ein doppelzimmer mit bad frei. für kurzentschlossene ; ) wichtig war uns dieses mal, dass wir ne küche haben, um selbst kochen zu können und zuhause zu frühstücken. nach einem sehr herzlichen empfang und einem kurzen rundgang verabreden wir uns gleich noch auf ein kaltes bier. sogar unser kühlschrank ist schon gefüllt fürs erste frühstück am morgen. außerdem gibt es zwei kühle bier, wasser, limo und eine tolle obstschale. was will man mehr? die zwei sind wirklich meganett und hans bietet an, uns am nächsten tag noch ein bisschen die gegend zu zeigen. außerdem empfiehlt er uns einen roller zu mieten, da die wege zum nächsten supermarkt etc. doch ein bisschen weit sind.

gesagt getan. die beiden männer gehen am morgen los, um uns einen roller zu besorgen und hans zeigt stefan auch gleich den weg zum strand, wo zwei liegen nebst sonnendach auf uns warten. läuft bei uns : ) zum frühstück gibt’s dann mal wieder masala omelett – dieses mal selbst gemacht. natürlich das beste, das wir je hatten, hehe. da die nacht irgendwie unruhig war, beschließen wir noch mal ein schläfchen zu machen, bevor wir zum strand gehen. also packen wir uns aufs bett und können schläfrig unser glück kaum fassen, endlich am meer zu sein. der decken-ventilator zieht leise rotierend seine runden, die palmen vor dem fenster rauschen in der meeresbrise und wir dämmern langsam weg als plötzlich aus der nachbarschaft die karibik-pop-version von ‚we wish you a merry christmas‘ durchs offene fenster dröhnt. der krasse, bassreiche remix feuert das ganze weihnachtslieder-repertoire ab. jingle bells rock kracht aus dem lautsprecher und wir beide liegen laut lachend im bett. sehr geil.

was will man meer?

und dann ist es endlich soweit. es ist heiß. und wir fahren zum baden ans meer. und was soll ich sagen: es ist herrlich! erfrischend! schön! sauber! perfekt! die langzeit-goaner (keine ahnung ob das so heißt) die neben uns liegen, sind fast alle schon braungebrannt. als höhepunkt können wir, von unseren liegen aus, noch ein paar delfine beobachten, die ein stück weit draußen auf der jagd nach fisch oder einfach nur weils so schön ist umherspringen. alle sind begeistert und die „ohs“ und „ahs“ verpuffen in der mittagssonne.

wir lassen es langsam angehen und nach zwei stunden beschließen wir, unsere weißen körper wieder aus der sonne zu nehmen. außerdem müssen wir noch einkaufen. wir verabreden uns mit hans zu einem kleinen ausflug in die nachbar-örtchen und zum einkaufen. er mit seinem roller, wir mit unserem.

zwischendurch fragen wir noch, wofür die krassen spitzen splitter auf der mauer rund um die anlage sind? ob das wegen der affen gemacht wurde? nein, eher wegen der kobras, meint er lapidar. kobras?? ein scherz? nein, kein scherz. aber er beruhigt uns. bisher haben sie in den 10 jahren nur ca. drei stück gesehen. äh. ja. na dann. bin ich total entspannt. nicht. nachricht an gehirn: bitte diese info verdrängen und das bild von kleinen, bunten schmetterlingen abrufen.

mit dem roller durch palmen-alleen

als wir los düsen, zeigt er uns unterwegs ein paar gute restaurants, den hafen, wo alle fischerboote anlegen, um ihren fang abzuladen, und auch das beste hotel am platz, wo die betuchten oligarchen ihren reichtum schmälern. dezent schmälern natürlich. wir fahren durch viel grün, sehen ein paar pfauen, andere vögel, wiesen, palmen, wasserbecken und steuern in varca zuerst den besten obst- und gemüsestand an. vor drei jahren war der mann mit seinem kleinen „bauchladen“ gestartet und nun ist er der obst- und gemüsehändler im ort. und er hat wirklich alles, was das herz begehrt. anschließend im home centre supermarkt rufen wir hans zu was wir brauchen, und er führt uns wissend durch die regalreihen. super sache das. dann meint er , er hätte noch was vergessen und plötzlich stehen wir vor einer garage voll mit weihnachtsdeko. kugeln, sterne, weihnachtsmänner, alles was das herz begehrt. „wir müssen doch morgen noch unsere strand-liege schmücken“, meint hans und kommt uns mit einer silbernen glitzer-girlande entgegen. jingle bells rock…
es ist mal wieder schön, sich auf deutsch zu unterhalten. ist doch entspannter und einfacher. zurück in unserem heim fangen wir gleich an gemüse zu schälen, putzen und schnippeln und kochen uns eine leckere vegetarische masala kartoffel-gemüsepfanne. yummy!

süsses nichtstun

die nächsten tage existieren wir so dahin. wir schlafen aus, machen uns frühstück, waschen wäsche, malen, schreiben, kucken kurz ins internetz wenns funktioniert, machen ein mittagsschläfchen, fahren an den strand, hüpfen ins so schön erfrischende meer, bruzzeln in der sonne so lange es unsere bisherige körperfarbe (milch) eben zulässt.

gestern saß ich direkt vorne am meer im sand und habe ein bisschen vor mich hin meditiert als neben mir eine krähe landet, sich richtung meer richtet und empört das meer ankräht. eine ganze kleine weile. als würde sie mit dem meer schimpfen wollen. das war so süss. irgendwann hat sie sich dann abgewandt und ist weg geflogen. das meer zeigte sich allerdings unbeeindruckt.

abends gehen wir meist frisches gemüse kaufen und kochen uns was. gestern gabs penne mit tomatensosse. und nein, kein ketchup. selbstverständlich selbst gemacht aus frischen tomaten. und da es hier so früh dunkel wird (gegen sechs), liegen wir meist schon sehr früh im bett und gegen zehn dämmern wir auch schon weg. lazy days…
oder susegado wie der goaner sagt.

luxus mittagsschläfchen

zum mittagsschläfchen gibt es immer wechselndes entertainment aus der nachbarschaft. heute dringen bollywood-schmachtfetzen zu uns rüber. ein sehr, wirklich sehr verzweifelter mann spricht mit weinerlicher, tränenerstickter stimme. er leidet, ist krank vor kummer, der schmerz bricht seine stimme und lässt ihn irgendwann verstummen. dann eine frauenstimme: ruhig, tröstend, ein bisschen belehrend vielleicht. und dann: ringdiding diding ding, ringdiding diding ding,… bollywood-musik : ) in mumbai haben wir ja kurz überlegt mal ins kino zu gehen. aber ich mag schon keine musicals und dann 3 stunden ins kino in einen bollywood-film? wir konnten uns beide nicht überwinden ; )

heute waren wir ein bisschen mit dem roller unterwegs und sind erst später an den strand, weils dann nimma so heiß ist. und den sonnenuntergang ankucken. jetzt hauen wir noch den neuen beitrag raus und dann gibt’s bratkartoffeln mit ochsenaugen. das schnitzel muss leider noch warten, baba, obwohl, vielleicht panieren wir mal ein paar chicken boobs? ; )

 

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kommentare

  1. Also das mit dem Zimmer klingt ja sehr verführerisch! Alles klingt wunderbar. Wenn man es so liest sogar die Mittagsschläfchen-Beschallung…
    Habtbes weiter schön!

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